WIEFELSTEDE - Die Molkerei Ammerland optimiert die Kosten. Sie ist bei Käse einer der ganz Großen.

Von Rüdiger zu Klampen

WIEFELSTEDE - Die Molkerei Ammerland (Wiefelstede), einer der großen Milchverarbeiter in Deutschland, peilt auch im laufenden Jahr ein „moderates Wachstum“ sowie weitere betriebliche Optimierungen an. Dazu gehören Fixkostensenkungen durch eine Erweiterung der Rohstoffbasis und eine Produktionsausweitung bei Schnittkäse und Pulverprodukten. Zudem werden mehr höherwertige Produkte angestrebt. Das steht im „Ausblick“ zum Geschäftsbericht 2005, den Vorstandsvorsitzender Gerd Wemken und Geschäftsführer Sönke Voss anlässlich der gestrigen Vertreterversammlung präsentierte.

Bis Ende April sei die Milchanlieferung um etwa fünf Prozent gestiegen, der Umsatz um 5,4 Prozent, teilte Marketingleiter Dr. Lars Schildwach gestern auf Anfrage dieser Zeitung mit. Bei Käse, seit Jahren ein Boom-Sektor der Ammerländer, liegt die Steigerung sogar bei 20 Prozent. Diese werde sich allerdings über das Jahr noch reduzieren. „Aber wir werden mehr produzieren als 2005“, ist Schildwach sicher. Die Nachfrage entwickele sich „weiterhin positiv“.

Insgesamt habe die Molkerei Ammerland in den ersten vier Monaten ein Ergebnis erzielt, das nahezu auf Vorjahresniveau liege. „Das ist angesichts der Marktsituation ein gutes Ergebnis“, konstatierte Voss.

Das Unternehmen hatte seinen 1800 aktiven Milchlieferanten in den vergangenen Jahren überdurchschnittliche Auszahlungspreise bieten können, so war es auch 2005 mit 28,29 Cent je Kilo Anlieferungsmenge (bei Standardwerten, ohne Mehrwertsteuer).


Die Molkerei Ammerland hat 2005 – wie bereits berichtet – die verarbeitete Milchmenge um 6,1 Prozent auf 680,5 Millionen Kilogramm gesteigert. Der Umsatz wuchs um 4,4 Prozent auf 254,8 Millionen Euro. Die Referenzmenge je Betrieb erreichte mit durchschnittlich 376 000 Kilo (plus 4,4 Prozent) einen neuen Höchstwert.

Der Schwerpunkt der Produktion lag auf Schnittkäse. Die Produktionsmenge wurde um 20,1 Prozent auf 49 449 Tonnen gesteigert. Der Umsatz mit Käse hielt fast Schritt – und stieg um 19,6 Prozent auf 134,4 Millionen Euro. Damit zählt die Molkerei Ammerland zu den größten Käseproduzenten. Inzwischen wird Käse der Marke „Ammerländer" in 36 Länder exportiert. Der regionale Absatz im Nordwesten über den Lebensmitteleinzelhandel wurde um etwa zwölf Prozent gesteigert. Das spiegele den Wunsch der Verbraucher nach regionalen Produkten wider.