WIEFELSTEDE - Der Jubel war am Mittwochmorgen im Kindergarten am Breeden in Wiefelstede groß – und begeistert sangen die Kinder denn auch „Wer will fleißige Handwerker sehen . . . ?“ Der Grund: Die neue Räuberburg hatte Richtfest. Gebaut hatten sie 16 Studenten des Instituts für Technische Bildung der Uni Oldenburg mit Prof. Dr. Gert Reich.
Nachdem die alte Räuberburg marode war und nicht mehr genutzt werden konnte, hatten die Töchter der Kindergartenleiterin Gabriele Pauels, die bei Prof. Reich studieren, die Initiative ergriffen und ihre Mitstudenten gefragt, ob sie nicht den Bau einer solchen Burg übernehmen wollten. „Der Andrang war groß“, weiß Reich, der derartige „reale Projekte“ für seine Studenten stets begrüßt, denn sie müssen alles selbst planen und organisieren, den Materialaufwand berechnen und das Material bestellen – „wie eine Firma“, sagt Reich. Von den 16 Studierenden, die sich bereit erklärten, waren übrigens 10 Frauen, betont Reich.
Drei Wochen lang hatten die künftigen Technik-Lehrer in Wiefelstede kostenlos gearbeitet – und am Mittwoch durfte der vierjährige Tarek Kuck aus Wemkendorf die Kindergartenkinder bei der Suche nach dem obligatorischen Balken mit der Wünschelrute anführen – und dann auch auf dem Balken reiten, wie es bei einem Richtfest üblich ist. Es gab eine richtige Richtkrone, Saft für die Kinder und – alkoholfreien – Sekt für die Erwachsenen, als Zimmermann Christian Dierking seinen Richtspruch zum Besten gab. Dierking – ebenfalls Student bei Reich – hatte als gelernter Zimmermann quasi die Bauleitung beim Wiefelsteder „Räuberburg-Projekt“. Die wenigsten Studenten am Institut haben bereits eine praktische Ausbildung wie Dierking absolviert, weiß Reich: Die meisten kommen eben direkt nach dem Abitur von der Schule. Hätten sich die Studenten nicht des Projekts angenommen, dann hätte der Bau einer neuen Räuberburg wohl gut 35 000 Euro gekostet, weiß Gabriele Pauels. So hatte das Diakonische Werk
lediglich die Materialkosten in Höhe von etwa 10 000 Euro bezahlen müssen. Die Räuberburg wurde aus dem Holz von Robinie, Douglasie und Lärche gezimmert und „soll mindestens 25 Jahre halten“, schätzt Christian Dierking. Die Burg wird nun noch mit Kletternetzen und den alten Rutschen vervollständigt – dann dürfen die Kinder sich darauf wieder austoben, was Ende der Woche soweit sein könnte.
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