WIEFELSTEDE - Und schon wieder ist ein Monat rum. In den vergangenen Wochen habe ich noch einmal ein ganz anderes Kolumbien kennengelernt. Mit meinen Kolleginnen bin ich in die Kaffeezone gefahren und haben einen Park mit einer Kaffeeplantage besucht, es war sehr interessant mal die Pflanzen aus der Nähe sehen zu können und den Prozess, wie man sie trocknet und röstet.
An einem anderen Tag hatten wir uns entschlossen, einmal einen Spaziergang zu unternehmen und uns dabei mehr als 60 Meter hohe Palmen anzuschauen. Der „Spaziergang“ dauerte dann aber doch etwas länger: Letztlich wanderten wir mehr als sechs Stunden – zunächst in die Berge, die man hier schnell beispielsweise mit den Alpen hätte verwechseln können. Später ging es dann durch einen Wald, den ich mal als Regenwald bezeichnen möchte.
Matsch und Kolibris
Wir gingen über Hängebrücken, stapften durch tiefen Matsch und hatten bei unserer Wanderung stets einen wunderschönen Fluss an unserer Seite. Als wir endlich oben auf dem Berg angekommen waren, fanden wir einen kleinen Bauernhof vor. Dort hatten wir Gelegenheit, etwas zu essen – und wir konnten Kolibris beobachten, die dort angefüttert wurden und nun immer wieder zurückkehren. Auf dem Hof genossen wir nach den Strapazen der Wanderung ein leckeres Nationalgetränk: Aguapanela mit Käse. Aguapanela ist zusammengepresster Zucker, der in heißem Wasser gekocht wird und ein wenig nach Zitronentee schmeckt.
Leider mussten wir anschließend auch den Berg wieder hinunterlaufen. Auf dem Rückweg befanden wir uns in tiefstem Nebelwald – ganz allein, weil es bereits dunkel zu werden begann. Wir fühlten uns wie in einem Vampirfilm oder wie bei Harry Potter. Als wir schließlich die Zivilisation wieder erreicht hatten, da kamen wir zu einem riesigen Palmenwald. Die Palmen schienen im Nebel in der Luft zu schweben und zwar über den anderen Bäumen. Man spricht in dieser Gegend deshalb auch von einem Wald über dem Wald. Es war unheimlich spanend, innerhalb der sechs Stunden, in denen wir gewandert waren, so viele unterschiedliche Naturlandschaften sehen zu können.
Zum Frühstück Arepa
Für die Zeit unseres Ausflugs waren wir in einem typischen Hotel untergebracht, in dem es, wie in der ganzen Umgebung von Medellin, zum Frühstück immer Arepa (eine Art Maisbrot) mit Rührei, Käse und heißer Schokolade gab. Auch in dieser Gegend nutzten wir die Gelegenheit, die riesigen Artesaniamärkte anzusteuern, die es an jeder Ecke gibt und die alle dieselben Produkte verkaufen: Handgefertigte Taschen, Armbänder, Essen, Kaffee, Hosen und anderes. Auch in Medellin selbst gibt es einen dieser Märkte, der sehr berühmt und einmal im Monat zu besichtigen ist. Dort findet man alles, was man sich nur wünschen kann (wird fortgesetzt).
