WIEFELSTEDE - Auf dem Rad- und Fußgängerweg an der August-Hinrichs-Straße ist nur wenig Platz. Das findet der Ortsgruppensprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (Adfc) Wiefelstede, Eckart Tardeck.
In einem zweiseitigen Brief hat er sich deswegen gemeinsam mit dem Kreisvorsitzenden Dieter Schulz an Bürgermeister Helmut Völkers gewandt und um Information darüber gebeten, ob eine Neugestaltung demnächst anstehe.
„Wir bemängeln den Zustand der Radwege in Wiefelstede. An vielen Stellen mit gegenläufigem Verkehr ist einfach zu wenig Platz“, sagt Tardeck. Vor ihm geht eine ältere Frau mit Rollator. Sie muss an der äußersten rechten Kante des Weges gehen, damit der erfahrene Radfahrer an ihr vorbeikommt.
Menschen aufs Rad kriegen
„Wenn zwei Menschen nebeneinander gehen und auch noch Gegenverkehr kommt, wird es schwierig. Für geübte Fahrer ist das vielleicht noch zu meistern, aber es sollte doch der Umwelt zuliebe unser Anliegen sein, mehr Menschen aufs Fahrrad zu bekommen. Fahranfänger haben Angst vor solchen Situationen“, meint Tardeck.
Gerade weil in Wiefelstede die Seniorenheime ausgebaut würden, seien Rollatoren keine Seltenheit, auch mit Kinderwagen werde es oft zu eng, meint Tardeck. In seinem Brief weist der Adfc auch darauf hin, dass nach dem „Regensburger Urteil“ benutzungspflichtige Radwege nur vorgeschrieben werden dürfen, wenn diese eine Breite von 2,50 Meter aufweisen.
Tardeck legt den Zollstock an. „Ich komme hier nur auf rund 1,60 Meter“, sagt er. Durch Überwucherung der Hecken, die kürzlich erst geschnitten worden seien, sei zum Teil auch noch deutlich weniger Platz. Auch sei die Beschilderung verwirrend: Am Kleiberg/Am Breeden gibt es eine Benutzungspflicht des Radweges, die nach Meinung des Adfc aufgehoben werden sollte. „Radfahrer erlaubt“, sei die bessere Variante. „Auf dem Radweg Am Breeden stehen nach Schulschluss oft Schüler, die dort auf den Bus warten. An solchen Stellen könnten Radfahrer doch einfach auf der Straße fahren“, sagt Tardeck.
„Straße für Autos geplant“
Dieter Schulz hofft, dass sich der Vorteil des Radfahrens in den Köpfen der Menschen festsetzt: „Die Straßen werden immer von der Mitte aus geplant. Zuerst wird an die Autofahrer gedacht, den Rest des Platzes teilen sich dann die Radfahrer mit den Fußgängern. Dabei sind nach Umfragen 80 Prozent der Bevölkerung dazu bereit, für kürzere Strecken auf das Fahrrad umzusteigen“, sagt er.
„Das Anliegen des Adfc ist sehr umfangreich und bedarf gründlicher Bearbeitung im Bauamt. Wir prüfen das, aber vor der Kommunalwahl am 11. September wird es da keine Ergebnisse geben“, sagt Bürgermeister Helmut Völkers. Erst im Herbst sollten die rechtlichen Grundlagen im Verkehrsausschuss Thema sein.
Diese Entscheidung sieht Schulz kritisch. „Dass eine Reaktion auf nach den Wahlen verlegt wird, ist bezeichnend. Wir fordern doch keine Luftschlösser, sondern wollen einfach den Willen sehen, eine bessere Situation zu schaffen. Daran sollten wir gemeinsam arbeiten“, sagt der Kreisvorsitzende des Adfc.
