Wiefelstede - Mehr als 3000 Kilometer auf dem Motorrad von Wiefelstede nach Griechenland – mit Jack-Russell-Hündin „Amy“ vorn im Tankrucksack: Nach fünf Tagen Fahrt erreichte der Wiefelsteder Gerd Siemen auf seiner BMW 1600 GTL am Sonntagnachmittag sein Ziel: Polychrono südlich von Thessaloniki. Dort feierte Bruder Dirk am Montag im Urlaub seinen 67. Geburtstag (die NWZ berichtete).

„Wir sind am Sonntag um 14.30 in Polychrono angekommen“, berichtet Siemen. Die Tour führte von Wiefelstede über Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien nach Griechenland. Immer dabei: Jack-Russell-Hündin „Amy“ – „die beste Beifahrerin, die man sich vorstellen kann“, zieht Siemen Bilanz seiner Hintour. Nicht nur für ihn, sondern auch für „Amy“ – mittlerweile elf Jahre alt – ist die Fahrt nach Griechenland und zurück die bislang längste, die die Beiden je unternommen haben.

„Amy war nach jedem Stopp, jeder Übernachtung im Zelt sofort wieder einsatzbereit“, schreibt der Wiefelsteder aus Griechenland. Unterwegs saß sie wie immer im Tankrucksack, den Kopf herausgestreckt, die Cabriobrille im Gesicht – ein Bild, dass Vorbeifahrenden nicht nur sehr oft ein Lächeln ins Gesicht trieb, sondern sie auch zu teils waghalsigen Aktionen veranlasste, um ein Foto der Motorrad-Reisenden zu ergattern, schildert Siemen vielfach erlebte Situationen. Selbst bei Grenzbeamten brach sie schnell das Eis, und auch sie griffen zu Kamera oder Smartphone, um ein Foto zu machen.

In Österreich lag in den Bergen noch Schnee – bei nur 1,5 Grad. In Slowenien musste das Gespann einer Vollsperrung ausweichen. „Das war ein Riesenumweg“, meldet der Wiefelsteder. Und als die Beiden in Griechenland Thessaloniki – 70 Kilometer vom Zielort Polychrono entfernt – erreichten, da prasselte bei einem großen Gewitter jede Menge Regen vom Himmel. „Als wir uns wie einige Griechen zum Schutz unterstellten, da fand ,Amy’ sofort Anschluss“, berichtet Gerd Siemen von einer Situation, die ihm immer wieder begegnet – auch im Beruf, denn „Amy“ ist fast immer dabei und lockert so manches Mal die Atmosphäre auf. Der Wiefelsteder hatte „Amy“ im Alter von gerade mal 12 Wochen bekommen – und schnell wurde deutlich, dass sie gern Motorrad fährt. Touren nach Dänemark und Schweden hat die Hündin längst hinter sich.

„Amy beschwert sich nicht, wenn man mal einem Schlagloch nicht ausweicht, von denen es etwa in Albanien jede Menge gibt; sie beschwert sich nicht über Kälte oder Hitze – und ich hatte immer jemanden zum Quatschen dabei“, lobt der Wiefelsteder seine nicht mehr ganz junge Beifahrerin. „Ich hatte mich oft gefragt, ob eine solche Tour nicht zuviel Aufregung für ,Amy’ ist“, räumt Siemen ein: „Aber sie hat sich toll geschlagen. Wir lieben beide das Motorradfahren, sind da ein eingespieltes Team“, macht der Wiefelsteder deutlich, dass er eine solche Tour wie die aktuelle gern noch einmal machen würde.

Allerdings steht in einigen Tagen erst einmal die Rückfahrt nach Wiefelstede an. Dafür hat Gerd Siemen mit seiner Beifahrerin nochmals 2500 Kilometer veranschlagt.