Wien/Berlin/Hannover - Trotz der geplanten Lockerung der Maßnahmen gegen die Corona-Epidemie in Österreich hält die deutsche Bundesregierung an ihrer Linie fest, derzeit keine Stichtage für ein Zurückfahren der Beschränkungen zu nennen. Regierungssprecher Steffen Seibert bekräftigte am Montag die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass sie noch keinen solchen Stichtag nennen könne und dies in der jetzigen Situation auch unverantwortlich wäre.

Auch der Krisenstab der niedersächsischen Landesregierung rechnet nicht mit einer schnellen Lockerung der Maßnahmen. „Ich glaube, dass es vor weitgehenden Lockerungen sinnvoll wäre, das Infektionsgeschehen um Ostern zu beobachten“, betonte Leiter Heiger Scholz am Montag in Hannover.

In Österreich soll dagegen nach Ostern behutsam der Weg aus der Corona-Krise zurück in die Normalität beginnen – aber jederzeit die Notbremse gezogen werden, wenn sich das Virus wieder ausbreitet. „Wir sind bisher besser durch die Krise gekommen als die meisten anderen Länder“, stellte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP)fest. Jetzt will Wien beim Hochfahren der Wirtschaft Zeichen setzen.

Ab dem 14. April sollen kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Ab 1. Mai sollen alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen hingegen frühestens Mitte Mai folgen.

Zugleich machte Kurz überdeutlich, dass sich die Österreicher weiterhin an die Auflagen zum Abstand halten müssen – die Ausgangsbeschränkungen wurden bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Das Tragen eines Mundschutzes wird nicht nur in Supermärkten , sondern auch in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht. Am Montagabend hat auch Dänemark Lockerungen ab 15. April angekündigt.


In Deutschland wurden die Corona-Maßnahmen hingegen noch einmal angezogen: Unter anderem sollen Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer künftig grundsätzlich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, wenn sie aus dem Ausland in die Bundesrepublik zurückkehren. Auf diese Empfehlung an die Bundesländer einigte sich das Corona-Krisenkabinett am Montag in Berlin.