WIESBADEN/LEMWERDER - Die Unternehmerin Susanne Klatten steigt über ihre Beteiligungsgesellschaft Skion bei dem Wiesbadener Graphit- und Carbonspezialisten SGL Group ein. Wie der MDAX-Konzern am Montag mitteilte, hat Skion 7,92 Prozent an SGL Carbon erworben. Skion sei zudem an einem weiteren Erwerb von Aktien interessiert, werde aber unter der Schwelle von 25 Prozent der Stimmrechte bleiben.
Die SGL-Gruppe hatte im August 2008 eine Mehrheit von 51 Prozent am Rotorblatthersteller Abeking & Rasmussen (A & R) Rotec übernommen. Das seitdem unter dem Namen SGL Rotec GmbH firmierende Unternehmen mit Sitz in Lemwerder (Wesermarsch) beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro.
Der SGL-Vorstandsvorsitzende Robert Koehler begrüßte den Einstieg von Klatten. „Skion steht für wertorientierte und langfristige Investitionen in führende Technologie- und Industrieunternehmen“, sagte er. Er sprach von einem „Ankerinvestor“.
Auch Analysten bewerteten den Einstieg positiv. Die Aktie von SGL Carbon legte am Montag um 18,41 Prozent zu. Den Sprung führten die Experten vor allem darauf zurück, dass der Schritt völlig unerwartet gekommen sei.
Susanne Klatten gilt als reichste Frau Deutschlands. Auf der „Forbes“-Liste wird die Quandt-Erbin mit einem Vermögen von zehn Milliarden Dollar (7,9 Milliarden Euro) auf Rang 35 geführt. Sie ist Großaktionärin von BMW und hält über die Bad Homburger Skion unter anderem die Mehrheit an dem Chemiekonzern Altana sowie eine Beteiligung an dem Windanlagenbauer Nordex.
Im Oktober 2008 war die 46-jährige Milliardärin in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt wurde, dass sie Opfer eines Erpressers geworden war. Der Erpresser, der Schweizer Helg S., war vor einer Woche zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
