WIESBADEN - Ein gutes Viertel der Steuerpflichtigen hat 2004 knapp 80 Prozent der gesamten Lohn- und Einkommensteuer gezahlt. Das geht aus Ergebnissen der Einkommensteuer-Statistik hervor, die das Statistische Bundesamt vorgelegt hat.

Die Statistik wird alle drei Jahre erstellt. Ihr zufolge trugen Bürger mit Einkünften von mehr als 37 500 Euro – insgesamt 26,8 Prozent aller Steuerzahler – 79,6 Prozent der Steuerlast. Die Hälfte der gesamten Einkommensteuer stammt von 8,2 Prozent der Steuerzahler. Die untere Hälfte der Steuerpflichtigen mit Verdiensten bis 23 000 Euro zahlte 4,2 Prozent.

Unter den Spitzenverdienern waren 9688 Einkommensmillionäre mit durchschnittlichen Einkünften von 2,7 Millionen Euro. Von ihnen zahlte jeder im Schnitt 968 000 Euro Einkommensteuern. Die 35 Millionen Steuerpflichtigen erzielten Einkünfte von 1,1 Billionen Euro. Der Fiskus erhielt knapp 181 Milliarden Euro Lohn- und Einkommensteuer.

Für das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt die Statistik, dass die Umverteilung von oben nach unten funktioniert. „Von einer sozialen Schieflage kann keine Rede sein“, sagte IW-Experte Winfried Fuest.

Dagegen gibt die Statistik für das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) nicht das ganze Bild wieder. „Die Möglichkeit, Steuern legal und illegal zu umgehen, steigt mit dem Einkommen“, so IMK-Experte Achim Truger.


Derweil klafft die Schere zwischen niedrigen und hohen Löhnen nach einer Studie immer weiter auseinander. Die Realeinkommen des am wenigsten verdienenden Bevölkerungsviertels seien zwischen 1995 und 2006 um fast 14 Prozent gesunken, berichtete das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Uni Duisburg. Die Bestverdiener hätten ein reales Lohnplus von 3,5 Prozent verbucht.