Wesermarsch - Die kleinste und seltenste Weihenart in Niedersachsen, so auch der Wesermarsch, ist die Wiesenweihe. Sie ist eine der gefährdetsten Greifvogelarten.

Wie Franz-Otto Müller vom Naturschutzbund (Nabu) mitteilt, lebte die Wiesenweihe früher in den Wiesen der feuchten Niederungen, in Mooren und Heiden. Als die ursprünglichen Lebensräume immer mehr verloren gingen, nutzte sie Getreidefelder, Raps oder modernes Grünland.

„Alle Weihen, so auch die in unserem Landkreis häufigste Art, die Rohrweihe, ist Bodenbrüter und deshalb während der Brutzeit vielfältigen Gefahren ausgesetzt“, betont Franz-Otto Müller. Das werde ihnen bei der Mahd häufig zum Verhängnis. Ihr Gelege würde dabei ausgemäht oder der brütende sowie hudernde Altvogel getötet. „Dies muss nicht sein“, so der Nabu-Kreisvorsitzende. Landwirte und Jagdpächter, die ihre Flächen kennen, nutzen und ganzjährig beobachten, könnten dem frühzeitig entgegenwirken.

So auch geschehen auf einer „Greening“-Fläche des Landwirtes und Jägers Henning Wefer in der Gemeinde Berne. Henning Wefer hatte bemerkt, dass sich ein Rohrweihenpaar den Schutz der mähreifen Zwischenfrucht als Brutplatz ausgesucht und schon vier Eier gelegt hatte. Der Landwirt nahm sofort Kontakt auf mit dem Landschaftswart für Greifvögel und Eulen sowie Ansprechpartner für den Weihenschutz in der Wesermarsch, Franz-Otto Müller. Eine Schutzzone von zehn mal zehn Meter wurde darauf hin von dem Landwirt bei der darauf folgenden Mahd ausgespart.

Zusätzlich wurde ein Elektrozaun zum Schutz vor Fressfeinden wie Fuchs, Katze oder anderen Bodengreifern gesetzt.


Ein vollkommener Schutz sei leider nicht möglich, so würden dabei auch Angriffe aus der Luft häufig nicht abgewendet, merkt Franz-Otto Müller an. Krähen oder andere fliegende Beutegreifer hatten nach seinen Worten bis zum nächsten Tag die inselhafte Fläche ausgespäht und das Gelege zerstört.

Trotz dieses örtlichen Verlustes, seien solche Maßnahmen vielfach arterhaltend und von Erfolg gekrönt. „Deshalb ist auch das Engagement von Henning Wefer für den Artenschutz als sehr vorbildlich zu bewerten“, ist der Landschaftswart für Greifvögel und Eulen überzeugt.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, sowie ihr Landschaftswart bitten deshalb die Landwirte, Jäger und Naturfreunde, auf solch gefährdete Brutstandorte zu achten und gegebenenfalls fachlichen Rat und Hilfe einzuholen.