WILDEDSHAUSEN - Auf zwei Schreiben hatte der Landkreis nur knapp reagiert. Darum griffen die Senioren zu Spaten und Gießkanne.

von Stefan Idel

WILDEDSHAUSEN - Eine Maibaum-Aktion der besonderen Art nahm sich der Seniorenbeirat der Stadt Wildeshausen vor. Auf dem Acker und der Grünfläche am Kreisaltenheim pflanzten Vertreter der Mitgliedsverein am Montagabend Obstbäume, um so ihren Unmut über den Landkreis Oldenburg auszudrücken. „Wir wollen, dass die Grünfläche für das Kreisaltenheim und seine Anlieger erhalten bleibt“, erklärte Beiratsvorsitzende Rita Hilgartner. Die Apfel-, Kirsch- und Birnenbäume sowie eine Bank hatten die Vereine im Seniorenbeirat gestiftet.

Bereits Mitte November vergangenen Jahres hatten sich Vertreter des Seniorenbeirats, die Leitung des Kreisaltenheims, Pädagogen und Kinder des Kindergartens „Sternschnuppe“ zu einem Gespräch mit dem Geschäftsführer des Bezirksverbandes, Karl-Heinz Meyer, getroffen (die NWZ berichtete). Schon damals hatten sich Senioren wie Anlieger konkrete Aussagen zur Zukunft des etwa ein Hektar großen Geländes zwischen Heidloge, Raiffeisenstraße und Altenheim erhofft. Früher wurde hier Landwirtschaft betrieben. Inzwischen ist der Landkreis Oldenburg Besitzer der Fläche. „Dass der Kreis am liebsten eine Bebauung in Erwägung zieht, ist zwar verständlich, aber nicht im Sinne der Bewohner des Kreisaltenheims und der Wildeshauser Bürger“, meinte Hilgartner. Sie wies schon damals auf die mögliche soziale Funktion der Fläche hin: „Hier könnte ein Bürgerpark für Alt und Jung entstehen.”

Im Herbst und im März schrieb der Beirat Landrat Frank Eger an und bat ihn, das Grundstück so zu beplanen, „dass auch die Bewohner des Kreisaltenheims einen Nutzen davon haben.“ Erster Kreisrat Rolf Eilers antwortete: „Unsere Gremien haben beschlossen, die weitere Entwicklung beim Kreisaltenheim abzuwarten und die Angelegenheit bis auf weiteres zurückzustellen.“ Eger hatte bereits im vergangenen Jahr zu erkennen gegeben, dass ein „schlüssiges Konzept“ für das Gelände erforderlich sei.

Mit der Antwort des Landkreises zeigte sich der Seniorenbeirat keineswegs zufrieden. Mit der Baum-Pflanzaktion wollten die Vereine dem Kreis und seinen Gremien deutlich machen, „dass man Lebensqualität nicht nur am materiellen Wert eines Grundstücks messen kann.“ Bewohner des Heims schlossen sich spontan der Aktion an.