WILDESHAUSEN - Die Natur-Freunde Wildeshauser Geest sind bekanntermaßen sehr unternehmungslustig. Dazu gehört das Wandern und Reisen zu Fuß, mit dem Fahrrad, im Boot und natürlich die gesamte Berg- und Wintersportpalette. Hinzu kommen Kampagnen wie aktuell die gegen den Atomstrom oder die Proklamation der „Landschaft des Jahres“ oder – ebenfalls aktuell – die Arbeiten an den Natura-2000- Trails. Was dann in den Ortgruppen geschieht, das richtet sich in erster Linie nach den zur Verfügung stehenden Leitern und ihren Vorlieben.

Bei Wolfgang Pankalla, dem Vorsitzenden der Na-Freunde Wildeshauser Geest, ist der Name Natur-Freunde Programm. Er setzt sich für die Erhaltung von Natur und Landschaft ein – und das auf allen Ebenen. Er ist dabei, wenn es in der Diepholzer Moorniederung gilt, große Moorflächen zu entkusseln, ruft zum Bau von Vogelnistkästen oder Steinkauzbrutröhren auf. Vor allem versucht er, sein in 50 Wanderjahren bei den Natur-Freunden erworbenes Wissen weiterzugeben. Das bezieht sich auf Standorte von seltenen Blumen ebenso wie auf besonders geschichtsträchtige Landschaften oder gar Länder, wo alles, was der Natur-Freund liebt, noch in geballter Form vorhanden ist. „Erleben, Erkennen, Handeln“ ist Pankallas Motto. „Nur was man kennt, kann man auch schützen“, sagt er. So nutzt er auch noch mit 70 Jahren jede Chance, seinen Horizont als Tourenleiter zu erweitern.

So auch dieses Jahr, als der rüstige 70er bei zwei Reisen in Rumänien wieder alle Register zog. Allein 127 Bestimmungen auf dem Gebiet der Flora, darunter elf Arten Orchideen, Fuchs, Reh, Hase, Ziesel und Bär bei den Vierbeinern, viele Schmetterlinge und Vogelarten fanden ihren Eingang in die Erlebnisliste. Neben Exkursionen zu Massenvorkommen von Krokussen, Märzenbechern, Narzissen oder Frühlingsadonisröschen galt der Aufenthalt auch kulturellen Gegebenheiten wie alten Handwerksbetrieben von Müllern mit wasserkraftbetriebenen Mühlen, Schnapsbrennern, Tonbildnern, Maskenmachern, Zundermeistern oder Opankenmachern. Moldau-Klöster, Kirchenburgen und die farbige Geschichte des Vielvölkerstaates zusammen

mit den besonderen geologischen Gegebenheiten wie Schlammvulkanen, ewigen Feuern und Salzvorkommen bis an die Erdoberfläche rundeten die ereignisreichen Reisen ab. Einmal vier – und einmal drei Wochen in kleinen Gruppen.

Pankalla kann mit Rumänien bereits auf das 17. europäische Land zurückblicken, in das er alleine oder mit verschieden großen Gruppen gereist ist. Nächstes Jahr gibt es noch einmal etwas ganz Spannendes. Während zweier Reisen in Ostanatolien erkundet eine Gruppe, wie es heißt, Land und Leute (natürlich mit allen Aspekten aus dem Bereich Natur und Kultur). Eine zweite Gruppe unter Ralf Felkl wird den 5165 m hohen Ararat besteigen.


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