WILDESHAUSEN - „Das war ein toller Job. Es hat immer Spaß gemacht“, sagte Antonius Klostermann. Der langjährige Vorarbeiter auf der Kläranlage Wildeshausen wurde am Montag im Stadthaus in den Vorruhestand verabschiedet. „Ich bedaure es sehr, dass wir einen so verdienten Mitarbeiter verlieren“, sagte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi.

Klostermann wurde in Addrup-Essen i.O. geboren. In Bunnen bei Löningen wurde der inzwischen 61-Jährige zum Elektriker ausgebildet. Später war er bei Wernsing, einem der größten Feinkost-Hersteller Deutschlands, angestellt. Der Liebe wegen zog es ihn in die Kreisstadt: Ehefrau Marianne stammt aus Wildeshausen. Als 1973 eine Stelle als Elektriker auf dem Bauhof frei wurde, erhielt Klostermann den „Zuschlag“. „Nun geht einer der letzten Urgesteine des Bauhofes“, meinte Personalratsmitglied Carsten Maas, der selbst auf dem Bauhof beschäftigt ist.

Im Frühjahr 1977 wechselte Klostermann zur städtischen Kläranlage. Dort bildete er sich ständig fort und hatte seit 1985 die Stellvertretung des Leiters inne. Er habe nicht nur viele Erfahrungen weitergegeben, sondern immer ein feines Gespür für die Anlage gehabt, betonte Kläranlagenleiter Matthias Schnieder. Er erinnerte sich, wie Klostermann eine kleine Scheibe auf dem Boden fand. Sie war offenbar von einer defekten Welle abgefallen. „Wahrscheinlich hätten wir den Fehler erst nach drei Tagen gefunden“, so Schnieder.

Klostermann war bei diversen Ausbau- und Sanierungsphasen dabei. Wegen Hochwassers konnte er die Anlage mindestens dreimal in seinem Berufsleben nur in Gummistiefeln oder auf dem Trecker erreichen. Gut erinnerte sich der 61-Jährige, wie ausgerechnet zu Weihnachten eine Förderschnecke brach und er gemeinsam mit einer Metallbaufirma in Nachtarbeit die Anlage reparierte. Zudem entdeckte er eine Gasleitung, die versehentlich durch ein Kanalrohr verlegt worden war. Er war im Personalrat und bildete mindestens zwölf Lehrlinge aus. In seinem vorgezogenen Ruhestand will sich der Vater von zwei Töchtern vor allem Haus und Garten widmen. „Da gibt es noch viel zu tun“, sagte er.