Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Aktion „Spreche nicht mit Maulwürfen“

sti

WILDESHAUSEN - Sie wollen auf Missstände in Wildeshausen hinweisen, aber vorerst ihre Namen nicht nennen: die Bürger, die hinter der Initiative „Willi wühlt“ stehen. Ihre jüngste Replik – nachzulesen unter www.willi-wühlt.de – befasst sich mit den Leerständen in der Innenstadt.

„Willi wird wütend, weil Wildeshausen ,Wild West’ wird“, ereifert sich der virtuelle Maulwurf, der auf einem pink-farbenen Hügel thront. Anlass für die heftige Kritik ist die Schließung des Fachgeschäfts für florales Design, „Strukturwerk“ von Jennifer Haverkamp (die

NWZ

  berichtete ausführlich). Ihre Arbeit sei sogar in München oder Mainz gelobt worden. „Doch nach Obst-Oase, Früchte-Ruge, Tee-Stübchen, Tonpfeife und vielen anderen ist nun auch das Strukturwerk traurige Wildeshauser Geschichte. Wenn Willi von Frau Haverkamp hört, dass sie sagt: ,Ich kann nicht verstehen, dass die Brötchentaste im Rat abgelehnt wurde’, hat Willi die starke Vermutung, dass Rat und Verwaltung zu diesem Vorfall wohl keinen teuren Gutachter im Köcher hatten“, heißt es. Zuvor hatten sich die Initiatoren von „Willi wühlt“ mit der Schließung des Hallenbades am Krandel beschäftigt.

„Qualität gefragt“

Allerdings sparen die Betreiber der virtuellen „Meckerseite“ auch nicht mit guten Vorschlägen: „Wenn wir Wildeshauser (wie Willi) Wert darauf legen, neben Tedi, Kik und Rossmann auch noch Qualität in der Innenstadt zu haben, um die uns andere beneiden, dann müssen wir uns allerdings auch an die eigene Nase fassen. Wir sollten unsere Innenstadt nicht nur zu Gildezeiten bevölkern und unser Geld nicht nur ins Festzelt und an den Westring tragen.“ Wer Qualität in der Innenstadt haben wolle, müsse auch bereit sein, für Qualität zu zahlen, so der Appell.

Shahidi hält sich zurück

Mit beißender Kritik an der Verwaltung wird abermals nicht gespart: Eine Stadtverwaltung, die nicht einmal in der Lage oder willens sei, Gewerbetreibende zu unterstützen und stattdessen „ein 100 000 Euro teures Gutachten nach dem anderen“ auf den Weg schicke, um selbst nicht entscheiden zu müssen, sei „unnütz“. „Was wird wohl bei der neuen Sau (Stadtmarketing), die durch die Innenstadt getrieben wird, herauskommen? Vermutlich ein neues Gutachten“, meinen die Wutbürger, die die Verwaltung „ablösefrei anbieten“.

Bürgermeister Dr. Kian Shahidi sagte auf

NWZ

 -Anfrage, das er auf anonyme Attacken nicht reagieren werde. „Ich spreche nicht mit Maulwürfen.“ Im übrigen stoße die Berufung von Carmen Ausfelder, die ein Stadtmarketing-Konzept entwickeln soll, auf große Zustimmung. Sie werde dies in Absprache mit Vereinen und Initiativen leisten.
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

BALLSPORT IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden