WILDESHAUSEN/ALTONA - WILDESHAUSEN/ALTONA/LD - Der Fischereiverein Wildeshausen wird voraussichtlich nach Pfingsten mit dem Bau eines Bruthauses beginnen. Dort sollen ab kommenden Herbst Lachse, Meerforellen und später eventuell weitere Fischarten erbrütet werden. „Das ist eine Investition in die Zukunft“, berichtete der 2. Vorsitzende Jens Pfänder auf der Mitgliederversammlung im Hotel Gut Altona.

Die Baugenehmigung wird in den nächsten Wochen erwartet. Der 21 Quadratmeter große Raum soll direkt an das Fischerheim am Bauernmarschweg angebaut werden. „Wir hoffen auf tatkräftige Mithilfe unserer Mitglieder“, so Pfänder.

Deutlich weniger Fische landeten im vergangenen Jahr in den Keschern der Wildeshauser Petrijünger. 10 503 Fische mit einem Gesamtgewicht von 4415,24 kg wiesen die 999 ausgewerteten Fanglisten aus. Damit wurden 2724 Fische (690,84 kg) weniger gefangen als im Jahr 2005. Gewässerwart Ralf Siemer hatte plausible Gründe parat: „Das Wetter hat eine große Rolle gespielt. Kälte im Mai, dann extreme Hitze und Flachwasser in der unteren Hunte. Und sicher wurde auch während der Fußball-WM weniger geangelt.“ Bei den so genannten Weißfischen wie Brassen und Rotaugen zeigt zudem das organisierte Hegefischen seine Wirkung, das dazu beiträgt, in besonders nährstoffreichen Gewässern die Weißfischschwärme gezielt zu reduzieren.

Große Sorgen machen sich die Petrijünger um den Aal-Bestand. 1240 Stück wurden zwar gefangen, vor knapp zwei Jahrzehnten lag die Zahl aber noch um das Vierfache höher. Wehre, Kormorane, Welse, eine massive Glasaalfischerei im Atlantik und eine Parasitenart machen den Aalen schwer zu schaffen.

Auch einige kapitale Fische wurden im vergangenen Jahr von den Wildeshauser Anglern gefangen, u.a. ein 1,05 Meter langer und 6,5 kg schwerer Hecht, ein Karpfen von 8,1 kg und eine Schleie von 2,8 kg. Die Auswertung der Fanglisten dient dabei längst nicht mehr nur der gezielten Bewirtschaftung der Gewässer. Auch das LAVES (Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) und die EU nutzen die Daten u.a. bei der Umsetzung der so genannten Wasserrahmenrichtlinie.


Auch eine Reihe langjähriger Mitglieder wurde geehrt: Seit 25 Jahren im Verein sind Udo Apler, Jürgen Brandes, Heinrich Büsing, Roland Damme, Hermann Endesfelder, Norbert Haschke, Andre Heuer, Thomas Kaiser, Heiner Kathmann, Detlef Kaupert, Werner Müller und Leo Teske. Einen silbernen Teller für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Hermann Breitfeld, Klaus Dunin, Bruno Erdmann, Helmut Gerdes, Joachim Lesner, Kurt und Norbert Scheffler sowie Erich Siemer.