WILDESHAUSEN/ALTONA - Die Sorge von MIT-Vorstandssprecher Manfred Wulf, mit dem Amtsverzicht von Wirtschaftsminister Walter Hirche sei auch der Laudator für den Wildeshauser Wirtschaftspreis abhanden gekommen, erwies sich als unbegründet: Im Gegensatz zum „Weltökonomen Schröder“ gehe er gern zum Mittelstand, betonte Hirches Amtsnachfolger Philipp Rösler (FDP). Er überreichte am Freitagabend auf Gut Altona den Wirtschaftspreis der Mittelstandsvereinigung (MIT) und der Stadt Wildeshausen an das Kuratorium der Stiftung Johanneum.

Rösler, der wenige Stunden zuvor im Bundesrat noch das Konjunkturprogramm verabschiedet hatte, würdigte den Ausbau des Krankenhauses Johanneum zum Gesundheitszentrum für die Region. Mehr als 17 Mio. Euro wurden in den letzten Jahren in den Ausbau der Infrastruktur investiert. Mit rund 400 Mitarbeitern zähle das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern in der Region. Auch von den Gesundheitsreformen („Seit ich politisch tätig bin, waren es 14“) habe man sich nicht klein kriegen lassen, betonte Rösler. Das Johanneum lebe die Werte des Mittelstands – „ehrlich und authentisch“.

Die Trophäe, eine Skulptur mit dem Namen „Triumph“, nahmen die Kuratoriumsmitglieder der Stiftung Johanneum, Pfarrer Holger Kintzinger, Martin Kossen, Rudolf Dohle, Dr. Matthias Peiler und Herbert Weitz, sowie Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt und der Ärztliche Direktor Dr. Hans-Jürgen Herrmann entgegen. Die Auszeichnung sei eine Ermutigung für die vielen Mitarbeiter. „Sie alle sind mit Herzblut dabei“, sagte Kuratoriumsvorsitzender Pfarrer Kintzinger. Sein Stellvertreter im Kuratorium, Martin Kossen, skizzierte den weiteren Ausbau des Johanneums. „Wir wollen die Ambulanzen stärken.“ Eine weitere Spezialisierung, etwa im Bereich der Onkologie, sei ebenfalls erstrebenswert. Das Johanneum sei ein Dienstleister für die Region – „aber kein Drive-In-Krankenhaus“. Der Mensch stehe weiterhin im Mittelpunkt. Kossen bat um Unterstützung für künftige Projekte: „Eine Stadt wie Wildeshausen braucht ein Krankenhaus.“

Im Rahmen der MIT-Jahreshauptversammlung bedauerte Vorstandssprecher Wulf die erneute Absage von Bürgermeister Dr. Kian Shahidi. Dieser habe unter Hinweis auf seine parteipolitische Unabhängigkeit die MIT-Mitgliedschaft gekündigt. „Beim Empfang der SPD war er da“, so Wulf. „Wir hätten uns gewünscht, dass der Bürgermeister in dieser kritischen Zeit zu uns steht.“ Wulf appellierte an die Politik, so schnell wie möglich durch Investitionen Arbeitsplätze zu sichern. Zugleich lobte er die Übertragung der Immobilie

des Gymnasiums an den Landkreis sowie die geplanten Förderprogramme. An einem Sonntag hätte die MIT übrigens nicht unbedingt mit der Rede des neuen Wirtschaftsministers rechnen können: Zugunsten von Ehefrau Wiebke (30) und den drei Monate alten Zwillingen Grietje und Gesche verzichtete Rösler sogar auf einen Auftritt bei „Anne Will“.