WILDESHAUSEN - Gerd Mahlstedt übte sein Amt bereits seit 1991 aus. Lauhöfer lobt unverzichtbaren Sachverstand der Laien.

von karsten bandlow

WILDESHAUSEN - Seit dem 1. April 1991 war Gerd Mahlstedt aus Holzhausen ehrenamtlicher Richter in Landwirtschaftssachen am Amtsgericht Wildeshausen. Damit war der 63-Jährige so lange im Amt wie sonst keiner der Laienrichter in der Justizbehörde an der Delmenhorster Straße. Amtsgerichts-Direktor Dr. Detlev Lauhöfer bezeichnete Mahlstedt bei dessen Verabschiedung gestern daher auch liebevoll als „Dinosaurier“. Ebenso wie Mahlstedt, der seit 1991 noch dreimal neu in das Ehrenamt berufen worden war, wurde gestern auch Jürgen Seeger (49) aus Haschenbrok (Großenkneten) aus seiner Richtertätigkeit verabschiedet. Seeger, der diese Funktion seit 1. Januar 2003 ausgeübt hatte, hat sein Amt abgegeben, weil er eine Berufung der Landwirtschaftskammer erhalten hat.

Nachfolger der beiden Verabschiedeten sind Karsten Oltmann (44) aus Großenkneten und Franz-Josef Dasenbrock (43) aus Kleinenkneten. Sie versehen ihre ehrenamtliche Richtertätigkeit nun gemeinsam mit Karl-Heinz Rohlfs aus Groß Köhren und Herwig Garms aus Iserloy.

Amtsgerichtsdirektor Lauhöfer hob die Bedeutung der fachkundigen Laien in den Gerichtsverfahren hervor. Sie seien mit ihrer Lebens- und Berufserfahrung sowie ausgezeichneten regionalen Kenntnissen unverzichtbare Partner und Helfer des Berufsrichters. Er könne sich gut erinnern, dass er in zahlreichen Verfahren sehr auf die Fähigkeiten der ehrenamtlichen Richter angewiesen gewesen sei, sagte Lauhöfer. In den Verfahren, die sowohl das öffentliche als auch das Privatrecht betreffen können, geht es hauptsächlich um Erbschaftssachen, Höfe- und Pachtrecht. In 80 Prozent der Fälle kommt es zu Vergleichen.

Lauhöfer bedankte sich bei Mahlstedt und Seeger und überreichte beiden die Anerkennungsurkunde des Präsidenten des Oberlandesgerichts Oldenburg, Dr. Gerhard Kircher, der für die Berufung der ehrenamtliche Richter auf Vorschlag des Landvolkverbandes zuständig ist.