WILDESHAUSEN - Die Stadt Wildeshausen will so schnell wie möglich zusätzliche Bauplätze für Wohnraum ausweisen. Dazu soll die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (StEM), die überwiegend Gewerbe- und Mischgebietsflächen vorsieht, erneut auf den Prüfstand gestellt werden. Konkrete Konzepte will der Rat im Rahmen eines „Workshops“ am Montag, 27. Februar (18.30 Uhr, Stadthaus), erarbeiten.

Darauf einigten sich am Donnerstagabend die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt (BU) nach langer Diskussion. Zuvor hatte BU-Vorsitzender Hartmut Frerichs (SPD) darauf hingewiesen, dass die Stadt in vielen Segmenten – etwa bei Mietwohnungen – ein zu geringes Angebot hat. „Ein Bäcker kann auch nicht nur eine Sorte Brötchen anbieten.“ Diskutiert wurde unter anderem eine Verkleinerung der geplanten Gewerbeflächen nördlich der Visbeker Straße. Karl Schulze Temming-Hanhoff wies auf die Immissionsradien hin und regte einen Lärmschutzwall im Bereich des B-Plans 57 an, um nördlichen Teil weiteren Wohnbau zu ermöglichen. Bürgermeister Dr. Kian Shahidi warnte vor einem Wohngebiet als „Schlauch zwischen zwei Gewerbegebieten“, noch dazu in der Nähe der Hochspannungsleitung. Stadtplaner Ulrich Fortmann wies darauf hin, dass pro Jahr mindestens zwei Hektar Gewerbeflächen benötigt würden. Somit seien die vorgesehenen 27 Hektar schnell verbraucht.

Frerichs beantragte, die geplanten Mischgebietsflächen westlich der Kapitän-Strasser-Straße umzuwandeln. Das begrüßte auch Hermann Hitz (UWG). Als „wichtigen Impuls“ wertete er den Vorschlag Temming-Hanhoffs, um die „Insellage“ des neuen Baugebiets zwischen Krämer- und Weberstraße zu beenden.

Christa Plate (CDU) rief dazu auf, eine einvernehmliche Lösung mit Landwirt Alfred Gier zu finden, der seinen Hof am Bargloyer Weg hat. Bei Fortentwicklung der StEM müsste der Betrieb ausgesiedelt werden. „Er soll dort weiter wirtschaften“, so Plate. Um die weitere Finanzierung des Projekts machte sich Helmut Müller (FDP) Gedanken: „Die StEM sollte eine In-Sich-Finanzierung sein. Wenn wir die ganze Sache verkleinern, passt die Rechnung nicht mehr.“ Nach der Zeitachse fragte Artur Gabriel (CDU): „Es stellt sich die Frage, was können wir wann entwickeln?“ Die Verwaltung wies auf die notwendige Vorlaufzeit für einen neuen B-Plan hin. Das Ergebnis für ein Lärmschutzgutachten liege keinesfalls bis zum „Workshop“ vor, betonte Shahidi.

Nach einer Sitzungsunterbrechung empfahl der Ausschuss, die Verwaltung solle das „Brainstorming“ (so Gabriel) berücksichtigen und eine neue Konzeption vorlegen. Als Eckpunkte sollten die Umwandlung des Mischgebiets im Bereich des B-Plans 57 sowie Wohnbauflächen an der Strasser-Straße geprüft werden. „Wir wollen Druck auf dem Kessel lassen“, so Gabriel. Auf Antrag von Frerichs sollen die Ergebnisse des Workshops in einer BU-Sondersitzung beraten werden

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent