WILDESHAUSEN - Turnerinnen drehen hier noch keine Pirouetten. Dafür dreht sich der Akkuschrauber von Elektriker Kai Koopmann umso schneller, der am Mittwoch unter der Decke der neuen Sporthalle an der St.-Peter-Straße einen Motor für die Hebetechnik anbringt. Es gilt, einen ambitionierten Zeitplan für das Bauprojekt mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Millionen Euro einzuhalten.
Vor genau einem Jahr wurde die alte St.-Peter-Halle abgerissen. Das Abrissunternehmen NAG aus Bad Bederkesa machte sich aber schon nach kurzer Zeit aus dem Staub. Die heimische Firma Scheel musste einspringen (dieNWZ
berichtete mehrfach). „Das hat Mehrkosten von 36 000 Euro verursacht“, erklärt Jens Kuraschinski, Allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters. Der Verwaltungsausschuss hat entschieden, dass die Klage der Stadt gegen die NAG aufrecht erhalten werde.Nach dem Abriss ging es „Schlag auf Schlag“: Am 19. Oktober stand der symbolische erste Spatenstich für die 30 mal 36 Meter große Sporthalle an; am 13. April wurde Richtfest gefeiert. Es galt, eine vierwöchige Verzögerung aufzuholen. Die Stadt hatte das ambitionierte Ziel, dass die Sporthalle zum Schuljahresbeginn am 1. September zur Verfügung steht.
In den Ferien arbeiten die Handwerker nun auf Hochtouren. „Die letzten Gewerke werden abgearbeitet“, erläutert Ingenieur Erol Orhan, bei der Stadt zuständig für die Grundschulgebäude. Rund um das 17 mal 33 Meter große Spielfeld installieren Fachleute die Technik. In Kürze werde der 250 Zentimeter hohe Fallschutzteppich verlegt. Im vorderen Bereich klebt eine Firma aus Bösel rund 500 Fliesen an die Wände. Die vier Umkleiden müssen noch gestrichen werden. Ebenso fehlen derzeit Deckenelemente und der Boden im Eingangsbereich. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten kann der Sportboden in der Halle aber erst später verlegt werden. Dadurch verzögere sich die Eröffnung um 14 Tage, so Kuraschinski. „Die Schulleitungen sind informiert. Sie haben sich auf die neue Situation eingestellt.“ Der Sportunterricht der St.-Peter- und der Holbeinschule wurde in die Realschulhalle verlegt.
Vergeben wurden inzwischen auch die Pflasterarbeiten für die Außenanlage. Die Firma Siemer aus Visbek werde damit in der nächsten Woche beginnen, so Kuraschinski. „Dann haben wir auch die Baustelle sauber.“
Obwohl topmodern bleibe ein Handicap: In der Halle werden wohl niemals Punktspiele angepfiffen werden. Die Innenmaße entsprächen nicht den Wettkampfnormen.
