Wildeshausen - Hat die Verwaltung bewusst die Auslegung zur Änderung des Flächennutzungsplans für das Industriegebiet Wildeshausen-West in die Sommerferien verlegt? Das jedenfalls vermutet die Unabhängige Wählergemeinschaft Wildeshausen (UWG). „Ein Schelm, wer hier eine Absicht vermutet“, sagt UWG-Ratsherr Thomas Johannes in einer Pressemitteilung. Es sei erklärtes Ziel der UWG, Wildeshausen-West als Industriegebiet zu verhindern, um den wertvollen Waldbestand zu erhalten.

Nach Ansicht der UWG wird „immer mehr Druck“ erzeugt, um die Planung zu realisieren. Die Mittelstandsvereinigung (MIT) hatte erst kürzlich Fortschritte bei der Erschließung angemahnt.

Die UWG stößt sich vor allem an der Vorgehensweise. Die Flächeneigentümer des Gebietes hätten bereits vor geraumer Zeit einen Sandabbau „in großem Stil“ vorgehabt. „Sehr zu ihrem Ärger wurde hierfür aber keine Genehmigung erteilt, weil es sich um ein schützenswertes Gebiet handelt.“ Weil der Sandabbau in dem Waldgebiet nicht genehmigungsfähig sei, entstand die Idee eines Industriegebietes. Die normale Vorgehensweise, erst den Bedarf zu ermitteln und dann ein Industriegebiet zu planen, sei in Wildeshausen „auf den Kopf gestellt“ worden. Jede andere Kommune plane ein derartiges Gebiet auf einer freien Fläche oder dort, wo der Umwelt ein möglichst geringer Schaden zugefügt wird. Johannes: „Warum ist das in Wildeshausen nicht so?“

Die Stadtverwaltung widersprach der Behauptung, die Auslegung sei bewusst in der Ferienzeit erfolgt. „Die Beteiligung ist bereits am 16. Juni gestartet, also zwei Wochen vor Ferienstart“, so Fachbereichsleiter Hans Ufferfilge. Die verschiedenen Stadien der Bauleitplanung würden entsprechend der Beratung in den Gremien eingeleitet.