WILDESHAUSEN - Holger Dirks hat „ein bisschen rumstudiert“, bevor er über einen Nebenjob in den Sozialbereich gekommen ist. Eleda Grampe war gelernte medizinische Fachangestellte und hat sich letztlich auch deshalb für eine pflegerische Tätigkeit entschieden, weil sie einen behinderten Bruder hat. Die beiden jungen Leute sind jetzt in der Endphase ihrer Ausbildung an der Fachschule für Heilerziehungspflege an der Akademie für Rehaberufe in Wildeshausen und sehen ihrem künftigen Beruf mit vielen positiven Erwartungen entgegen.

„Das ist auf jeden Fall viel abwechslungsreicher als jeden Tag in irgendeiner Arztpraxis immer wieder das gleiche machen zu müssen“, freut sich Grampe auf ihre künftigen Aufgaben. Auch die anderen 21 Frauen und Männer der Klasse VZ (Vollzeit) 5 sehen das ähnlich. Sie stellten am Mittwoch im Rahmen ihres von der Dötlinger Autorin Helga Bürster geleiteten Schulprojekts „Öffentlichkeitsarbeit“ den Beruf des Heilerziehungspflegers vor, der sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt habe.

Heilerziehungspfleger und -pflegerinnen haben die Aufgabe, geistig, körperlich, seelisch oder auch mehrfach behinderte Menschen aller Altersgruppen zu pflegen, erziehen, fördern und zu unterstützen sowie sie bei der sozialen und beruflichen Eingliederung zu begleiten. „Wir bieten Hilfe so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Das Ziel ist es, uns überflüssig zu machen“, lautete eine These der Schüler. Die Förderung, Assistenz, Begleitung und Pflege der behinderten Menschen müsse letztlich zu ihrer selbst bestimmten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben führen.

Um diesem Berufsbild gerecht werden zu können, drücken die elf Frauen und elf Männer der Klasse VZ5 insgesamt drei Jahre lang die Schulbank. Ihre Ausbildung an der Fachschule erfolgt berufsbegleitend, das heißt, 20 Stunden pro Woche ist Unterricht an der Akademie in allgemeinbildenden und berufsspezifischen Fächern, 18 Stunden Praxis in pflegerischen Einrichtungen kommen hinzu. Am Ende steht das Staatsexamen und die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger/in“. Verbunden damit ist auch die Fachhochschulreife – und eine sehr gute Berufsperspektive. „Nach uns besteht große Nachfrage“, so die VZ5-Schüler.