WILDESHAUSEN - Die schulische Ausbildung zum Kaufmännischen Assistenten für Wirtschaftsinformatik ist alles andere als brotlose Kunst. Das machte Stephan Gatz (28), Gesellschafter der Großenkneter Firma Hubert Light and Sound, den Schülerinnen und Schüler der betreffenden Berufsfachschule an den BBS Wildeshausen klar – auch wenn er als Schüler eines solchen Bildungsweges immer genau dieses Gefühl hatte.
Durch die Verbindung von Informatik und Wirtschaft habe es ihm gefehlt, sich mit einem der Themen intensiver auseinanderzusetzen. Es kam ihm bis zu seinem Abschluss 2001 so vor, als könnte er keines der Felder richtig lernen. Aber: „Genau diese Verbindung ist die Stärke der Ausbildung“, erklärte er auf einer Info-Veranstaltung der Schule für die Klasse B 71.
Er selber hatte immer wenig Spaß an der Wirtschaft. Besonders mit Rechnungswesen habe er sich schwer getan. Als sich Stephan Gatz dann aber mit seinem Schulfreund Nils Bluhm selbstständig gemacht hat, musste genau dieses Wissen her. „Man ist nach der Ausbildung unheimlich breit aufgestellt“, sagte Lehrer Peter Kracke.
Er organisiert regelmäßig Vorträge dieser Art, damit die Jugendlichen von ehemaligen Schülern der BBS Tipps aus der Berufspraxis bekommen. „Es ist besser, wenn nicht nur Lehrer Tipps geben“, sagte Kracke. Stephan Gatz war für dieses Ziel genau der richtige. Er ist Wirtschaftsassistent mit Schwerpunkt Informatik, ging auf die Fachoberschule und machte sich mit Nils Bluhm selbstständig. Die erste Firma lief nicht wie gewollt, seit Februar 2007 arbeiten sie mit Christian Hubert als Gesellschafter und verkaufen Musik und Lichtanlagen für Veranstaltungen. Besonders in der Region sind sie bekannt, das wichtigste Geschäft läuft aber über den Internet-Handel. „Ich will nicht allen zur Selbstständigkeit raten“, sagte Gatz. Die Schüler sollten sich aber darüber im Klaren sein, wo ihre Stärken liegen und sich nicht scheuen, bei ihren Wunschfirmen zu bewerben. „Es ist schließlich eine sehr vielseitige Ausbildung“, so Gatz. Wenn dann noch privates Interesse mit dem Schulwissen verbunden werden kann, sei der Weg ins Berufsleben geebnet.
