WILDESHAUSEN - Man gehe bewusst einen anderen Weg in der Bildung. Alle Arbeiten werden unter ganz realistischen Bedingungen trainiert.

Von Stefan Idel

WILDESHAUSEN - Das Wikinger-Spiel ist diesmal der Hit. Bis zu zehn Personen können die hellen Holzkegel umwerfen. Hergestellt wurde das 15 Euro teure Spiel vom Berufsvorbereitungsjahr Holz der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen. Die Schüler erstellen nicht nur unterschiedlichste Produkte, sondern vermarkten diese über ihr eigenes Schülerunternehmen selbst. Zurzeit laufen die letzten Vorbereitungen für die offizielle Gründung der BBS Power AG und der BBS Service GmbH. Nach ihren erfolgreichen Vorgängerinnen gehen die Schülerunternehmen in Kürze offiziell an den Start.

„Wir schlagen bewusst einen anderen Weg der Bildung ein“, sagt Lehrer Oliver Pundt. In den Schülerfirmen steht das unternehmerische Handeln im Mittelpunkt. Produktion, Einkauf, Rechnungswesen oder Marketing werden unter realen Bedingungen trainiert. Die BBS besucht jedes Jahr eine Messe für Schülerfirmen in Verden/Aller. Vor zwei Jahren brachten die Jugendlichen sogar den Preis für die innovativste Firma zurück nach Wildeshausen.

Und so liefert das BVJ-Holz mit „Abteilungsleitern“ Malte Schlecker, Michael Henke und Dirk Abel Produkte wie Pflanz-Tische, CD-Regale oder Nistkästen der BBS-Power AG zu. Für die Abteilung Metall zeichnet Patrick Schöne aus Achternmeer verantwortlich. Gemeinsam mit den Werkstattleitern aus den BVJ und BGJ-Klassen des Berufsfeldes Metall werden Kerzenständer-Männchen, Wandkerzen-Halter oder dekorative Metallwürfel an den Mann oder die Frau gebracht.

Am Valentinstag am 14. Februar spielt eine Gruppe der BBS Power AG Amor. Jana Broszukat, Jennifer Warns, Xenia Hägelen und Lena Müller nehmen Bestellungen für Rosen entgegen, die sie beim heimischen Blumenhändler besorgen und anschließend im Auftrag von Mitschülern oder Lehrern im Schulzentrum verteilen.


„Wir bereiten unsere Schüler so lebensnah für den Beruf vor, dass die ausbildungsrelevanten Schlüsselqualifikationen erworben werden“, sagt Pundt, der mit den Lehrern Ronny Anweiler und Ralf Röhl die Gruppen betreut. „Wir tun keinem Unternehmen weh, sondern suchen vielmehr die enge Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft.“ Und darüber hinaus: Die Schüler seien fit für den Wettbewerb und davon profitieren die Ausbildungsbetriebe.

Auf Dienstleistungen wie T-Shirt-Verkauf oder ein Button-Service für Lehrer und Schüler hat sich die BBS Service GmbH spezialisiert. Die „Geschäftsführer Sarah Schäfer, Norman Seger und Melanie Gawelczyk nehmen Bestellungen per E-Mail entgegen. Als besonderer Service übernimmt die Gruppe für ihre Mitschüler auch Internet-Versteigerungen. Die Arbeit in den Schülerunternehmen mache aber soviel Spaß, dass dieJugendlichen auch ein traditionsreiches Medium entdeckt haben: Bald soll es an der BBS wieder eine Schülerzeitung geben.