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ZUGVERKEHR Kleiner Unfall legt alles lahm

ULRICH SUTTKA HERGEN SCHELLING

WILDESHAUSEN/BRETTORF/GANDERKESEE - Nichts ging mehr am Montagmorgen auf den Bahnhöfen Wildeshausen, Brettorf und Ganderkesee. Bis zur Mittagszeit hat nicht ein Zug der Nordwestbahn diese Bahnhöfe auf der Strecke Delmenhorst-Hesepe angefahren. Der Verkehr zwischen Neuenkirchen und Delmenhorst war zusammengebrochen. Die Ursache: ein kompletter Ausfall der fernüberwachten elektronischen Steuerung der Strecke durch das Stellwerk Bramsche. Kurz nach 11 Uhr war der Schaden durch Techniker der Bahn AG behoben. Sie ist verantwortlich für die Infrastruktur. Aber erst im Laufe des Nachmittags normalisierte sich der Zugverkehr auf der Strecke wieder. 13 Züge sind komplett ausgefallen, ein kurzfristiger Ersatz per Bus hat die Lücken nicht auffüllen können.

In Neuenkirchen/Landkreis Vechta hatte der Fahrer eines Kleinwagens in der Nacht zu Montag das Dilemma für Bahn und Kunden ausgelöst. Er hatte bei einem Unfall den Kabelkanal, der auf kleinen Ständern neben den Gleisen steht, so beschädigt, dass die Datenleitungen unterbrochen waren. Als im Stellwerk in Bramsche um 3.50 Uhr das Bahnpersonal den Dienst antrat, „war alles rot auf dem Stelltisch“, so ein Bahnsprecher. Die Fernüberwachung war außer Kraft, die Datenübertragung defekt. Damit konnten Weichen und Signale nicht mehr bedient werden. Die Bahn alarmierte ihre Techniker. Den Schaden an den Glasfaserkabeln fanden sie schließlich an Bahnkilometer 77,6 in Neuenkirchen.

Die sofort informierte Nordwestbahn nahm Kontakt mit ihren Partnern im Busbereich auf. „Das war eine große Arbeit, alle waren im Einsatz“, schilderte Katja Diehl von der Nordwestbahn. Dass der Totalausfall in die Ferienzeit fiel, machte das Organisieren des Ersatzverkehrs nicht leichter, sagte sie Schließlich stellten drei Firmen fünf Busse. Doch diese Ersatzlösung kann einen funktionierenden Zugbetrieb im Stundentakt nicht auffangen. „Folglich kam es zu erheblichen Verzögerungen und Zugausfällen“, bestätigte Diehl. Auch als das Stellwerk wieder am Streckennetz war, dauerte es, bis sich der Zugverkehr wieder einspielte.

Durchsagen kommen nicht an – Gastronom informiert

Die Information

der wartenden Kunden gestaltete sich am Montag äußerst schwierig. Zwar hat die zuständige Mitarbeiterin, die im Osnabrücker Hauptbahnhof sitzt, ständig Durchsagen über den Ausfall der Züge gemacht, so die Bahn-Pressestelle Hannover, doch: Das hörte niemand auf den hiesigen Bahnhöfen. Die entsprechende Leitung war auch gekappt worden.

In Brettorf

blieben die Bahnfahrer folglich völlig unwissend. Hier standen allein gegen 8 Uhr rund zwei Dutzend Personen wartend am Gleis.

In Wildeshausen

konnte man sich nach 9.15 Uhr zumindest bei der Fahrkartenagentur erkundigen. Die hatte sich schlau gemacht, als keine Nordwestbahn ankam.

In Ganderkesee

gibt es zum Glück im Bahnhofsgebäude seit einigen Wochen wieder ein Lokal – sonst hätte sich wohl mancher Passant am Bahnsteig einen Wolf gewartet, denn auch hier funktionierte die Lautsprecheranlage der Bahn natürlich nicht. So aber konnte Gastronom Marco Stubbemann Informationen, die er von der Bahn erhielt, an die Wartenden weitergeben. „Normalerweise sollte die Bahn ja jemanden dafür abstellen“, meinte Stubbemann. Die Bahn AG zu diesem Vorgehen: „Man sucht alle Mittel.“

Hochbetrieb

herrschte am Servicetelefon der Nordwestbahn. Viele Reisenden wollten wissen, ob und wie es weitergeht. Kurzfristig stellte das Unternehmen daher auf seine Homepage einen Hinweis auf die Stellwerksstörung, die Zugausfälle und den Ersatzverkehr. Gegen Mittag wurde er wieder gelöscht.
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