WILDESHAUSEN - Der eisige Wind pfeift um den braunen Hut von Harry Schipper, der an der Delmenhorster Straße gegenüber der Tankstelle steht und mit einem strahlenden Lächeln seine Weihnachtsbäume anpreist. Bereits seit 18 Jahren kommt der Niederländer nach Wildeshausen, um Bäume zu verkaufen. In diesem Jahr hat er nur noch Nordmanntannen, die in erster Linie aus Dänemark kommen, im Angebot. „Fichten lohnen sich nicht mehr“, erklärt er. Dass die Nadelgehölze zurzeit knapp sind, schlägt sich auch auf seine Preise nieder. Ein zwei Meter großer Baum, den er im vergangenen Jahr für 20 Euro verkauft hat, kostet heute 30 Euro. „Bei vielen Kunden darf der Baum diesmal daher auch etwas kleiner sein,“ sagt Schipper. Wer am 24. Dezember noch keinen Baum hat, kann am Vormittag noch einen von ihm bekommen. „Extra Rabatt für die Nachzügler gibt es aber nicht“, kündigt er schmunzelnd an.

Sein Kollege Michael Pawletta, der am Westring vor „Mega Company“ steht, verkauft Anfang der Woche etwa 10 Tannen pro Tag, am Sonntag können es auch schon einmal 25 sein. Dabei haben die Leute unterschiedliche Ansprüche: „Einige wollen den Baum locker gewachsen, anderen macht es nichts, wenn er auf einer Seite nicht so dicht ist, weil er ohnehin in der Ecke steht“, erzählt er. Wenn ein Baum große Löcher hat oder die Spitze abgebrochen ist, lässt Pawletta schon einmal ein paar Euro nach.

Wer eine größere Auswahl haben will, kann seinen Christbaum beim Waldbauern Glenn Mahlstedt in Holzhausen kaufen. Er bietet neben Nordmanntannen auch Blaufichten und diverse Edelgehölze an. Fichten nadeln zwar früher, sind aber bei Mahlstedt schon für 6,50 Euro je Meter zu bekommen. Die Tanne kostet wie im vergangenen Jahr 12 Euro pro Meter. „Die meisten Leute kaufen Bäume zwischen 1,80 und 2,30 Meter Höhe“, sagt der Waldbauer. Er hat viele Stammkunden, denen es wichtig ist, dass die Bäume aus der Region kommen. Auch werden sie hier täglich frisch geschlagen und liegen nicht schon Monate lang. Sogar am Weihnachtsmorgen geht Mahlstedt noch einmal in den Wald.