WILDESHAUSEN/DELMENHORST - „Lampenfieber ist gut, Angst aber müsst Ihr nicht haben“. Udo Frommhold, Leiter des Famila-Verbrauchermarktes in Wildeshausen, weiß, worauf es in einem Vorstellungsgespräch ankommt. Regelmäßig lernt er Kandidaten kennen, die sich für einen Job im Einkaufsmarkt bewerben. Am Montagvormittag saßen ihm nun Simone Schröter (16) und Janine Strodthoff (17) gegenüber. Die beiden Schülerinnen der Berufsbildenden Schulen Wildeshausen (BBS) nahmen am betrieblichen Bewerbungstraining teil, das die BBS in Kooperation mit der Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative (Zwaig) angeboten hatten.

Das besondere dieses Trainings ist die Realitätsnähe: Simone und Janine schickten Frommhold im Vorfeld ihre Bewerbungen als Einzelhandelskauffrau. Frommhold sichtete die Unterlagen. Im Bewerbungsgespräch konnten sich die Schülerinnen dann persönlich vorstellen. „Das hat uns viel gebracht“, waren sich die beiden einig. Janine weiß nun, dass sie sich vor einem Vorstellungsgespräch genau über das Unternehmen informieren muss. Simone hat gelernt, wie sie am besten auf den Gesprächspartner zugeht.

Eigentlich sollten sie zu fünft an dem Training bei Famila teilnehmen. „Drei Schüler sind aber heute morgen nicht gekommen“, sagt die Schulsozialarbeiterin der BBS, Maria Slak, die Simone und Janine begleitete.

Insgesamt waren 37 Schüler angemeldet. Andere Klassenkameraden waren zum Bewerbungstraining in Wildeshausen beim Hotel-Restaurant Huntetal, bei der Bäckerei Kolloge und bei der Fleischerei Tonn.

Bis nach Delmenhorst zu „Profile Haircompany“ waren Denise Volk, Natalia Müller, Ravin Sabri und Diana Schaa gefahren. Dort hatte sich Shain Gezgin die Bewerbungen angesehen. Auch er gab Tipps und machte Mut: „Ich hatte hier schon gleichzeitig eine Abiturientin und eine Hauptschülerin zum Praktikum“, erzählte er. „Ich habe die Hauptschülerin übernommen“. Nicht immer entscheidet der beste Abschluss über die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.