WILDESHAUSEN - „Am 20., dem Frühlingsbeginn, stellte sich schönes Wetter ein im bis dahin eher tristen und grauen März“, berichtet Hobbymeteorologin Linda Vietor von der Wetterstation Wildeshausen. Sie hat nun die Statistik für den vergangenen Monat vorgelegt. Hoch Laura brachte an diesem Tag acht Stunden mit gleißender Sonne und erstmals hohen Solarwerten. So erreichten die Spitzenwerte das Vierfache der Temperaturen von Januar und Februar. Stadt- und Landbewohner begannen mit der Gartenpflege, die ersten Motorradfahrer brausten über die Straßen, und erregtes Vogelgezwitscher kündigte die neue Jahreszeit an.

„Warum freut sich der Mensch so auf den Frühling? Wissenschaftler haben herausgefunden: Das menschliche Lebewesen ist in den Tropen entstanden. Dort gibt es keine Unterschiede in der Tageslänge. Je mehr es sich davon wegbewegte – wie wir in Mitteleuropa – überlagerte den gleichmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus der Jahresrhythmus. Seit tausenden von Generationen ist unser Körper auf den Übergang zur Sommerwelt eingestellt. Wir erwarten bei dem zunehmenden Tageslicht tropisch-afri- kanische Wärme. Mit einer Durchschnittstemperatur von 5,5 Grad sind wir zwar noch weit davon entfernt, jedoch wecken 92 Sonnenstunden die Ahnung in uns: Es wird wärmer“, schreibt Vietor.

Die Höchsttemperatur wurde am 13. mit 13,1 Grad, die niedrigste mit minus 2,47 Grad am 20. registriert. Regen fiel kaum, im ganzen Monat nur 22,2 Liter pro Quadratmeter. Zu vermerken ist noch der 26. An dem Tag schneite es kräftig. Das ganze Land wurde von einer Schneedecke überzogen, die allerdings schon in wenigen Stunden wieder verschwunden war. Die Bauernregel „Märzen Schnee tut Saaten weh“ trifft diesmal sicher nicht zu.

Der Wind blies in der ersten Hälfte des Monats überwiegend aus Osten, in der zweiten aus Westen. Mit 59,5 km/h wehte es am 23. am heftigsten. Auch eine totale Windstille gab es am 21. um Mitternacht. In der Abenddämmerung konnte man noch ein letztes Mal bei klarem Himmel gegen 19 Uhr (vor der Umstellung auf Sommerzeit) die untergehenden Sternbilder des Winterhimmels sehen. Der größte Fixstern, der Siruis, funkelte tief im Westen. Er ist bei uns erst im nächsten Winter wieder sichtbar.

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