Wildeshausen/Dötlingen - „Viele Bürger sind wütend und besorgt, dass das Insektensterben solch ein Ausmaß angenommen hat“, sagte der Nabu-Geschäftsführer Oldenburg-Land, Rüdiger Wohlers. In einigen Landstrichen in Deutschland sei der Anteil an Wildbienen, Fliegen, Libellen, Schmetterlingen und Käfern in den vergangenen 20 Jahren um 80 Prozent zurückgegangen. „Das größte Tortenstück der Nahrungskette bricht weg“, mahnte Wohlers und meinte die Nahrung für Vögel und die Bestäubungsleistung der Insekten.
Der Nabu nehme im Oldenburger Land eine Aufbruchstimmung in der Bevölkerung wahr. „Viele Menschen sind bereit, uns zu helfen; denn viele Bürger spüren durch das Insektensterben einen Verlust an Lebensqualität“, sagte Wohlers, als er am Montag zusammen mit Marianne Steinkamp und Wolfgang Pohl von der Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen die Mitgliederkampagne vorstellte.
In den nächsten zwei Wochen gehen junge Leute in Wildeshausen und Dötlingen mit Dienstausweis von Haus zu Haus, informieren über die Arbeit des Naturschutzbundes und werben um Unterstützung. Ab 26. Februar sind sie in der Gemeinde Wardenburg unterwegs.
„Seit 2011 ist der Nabu im Oldenburger Land auf Gründungstournee“, erklärte Wohlers. Das Motto: Der Nabu kommt. 21 neue Ortsgruppen seien entstanden. Im Oldenburger Land habe der Nabu inzwischen 11 000 Mitglieder, deutschlandweit 600 000.
„Wir zeigen Kindern wie Erwachsenen, was sie konkret für die Natur tun können“, meinte Steinkamp, beispielsweise Nistkästen aufhängen oder Wildblumen säen. „Wir als Nabu erheben aber auch in der Öffentlichkeit unsere Stimme und mischen uns in die Politik ein.“
Ein neues Projekt in Wildeshausen ist nach Darstellung von Wolfgang Pohl eine Streuobstwiese in der Welgenmarsch, die der Nabu zur Pflege übertragen bekommen habe. Ferner sei eine Kindergruppe gegründet worden, um sieben- bis elfjährigen Mädchen und Jungen die Natur zu erklären und ihnen deutlich zu machen, dass sie ein Teil davon sind. „Unsere Sünden kommen zurück zu uns“, so Pohl und meinte den Plastikmüll. Gegengesteuert werden müsse auch beim Grundwasserschutz.
