WILDESHAUSEN - In einem Punkt waren sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses (BU) einig: Das Feuerwehrhaus in Düngstrup soll über das Nahwärmenetz einer Biogasanlage geheizt werden. Welcher Anbieter das sein wird, blieb in der Sondersitzung am Donnerstagabend offen. Einstimmig empfahl der Fachausschuss, dass die Verwaltung bis kommenden Donnerstag, 13. Oktober, mit beiden Biogas-Anbietern aus dem Dorf nachverhandelt. Dann soll, kurz vor der letzten Ratssitzung der Wahlperiode, in einer Sondersitzung des Verwaltungsausschusses eine Entscheidung fallen.
Zum Hintergrund: Die Bioenergie Nordesch GbR (BeNo) plant in Düngstrup eine Wärmeversorgung mit einer Biogasanlage, einem Heizwerk und einem Nahwärmenetz auf der Basis von Biomasse aufzubauen (dieNWZ
berichtete). 28 Anschlüsse bei privaten Eigentümern sind bereits perfekt, wie einer der drei Firmeninhaber, Gerd Hespe-Meyer, sagte. Seit gut eineinhalb Jahren liege der Stadt bereits ein Angebot vor, auch das Feuerwehrhaus Düngstrup anzuschließen.Die Stadtverwaltung hatte, nach Rücksprache mit dem Rechnungsprüfungsamt des Landkreises, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung verlangt und ein Interessenbekundungsverfahren eingeleitet, um allen Betreibern von Biogasanlagen in der näheren Umgebung die Möglichkeit zu geben, ein Angebot abzugeben. Danach sei BeNo mit 6,5 Cent Verbrauchspreis pro kWh Wärme der günstigste Anbieter. Die Firma Ahlers Bioenergie GmbH & Co. kam auf 7,32 Cent/kWh.
Am Vorabend der Ausschusssitzung ging ein neues Angebot von Ahlers ein, wie Bauamtsleiter Ulrich Fortmann berichtete. Nun bot die Firma einen Verbrauchspreis von 5,95 Cent/kWh an. Ulrich Kramer (CDU) wollte wissen, ob das Verfahren „rechtlich sauber“ sei. Immerhin lagen die Zahlen des Mitbewerbers vor. Die Gerechtigkeit bleibe auf der Strecke. Karin von Elbwart (CDU) forderte, im Feuerwehrhaus Energie einzusparen. Die Heizkosten von 38 000 kWh pro Jahr seien zu hoch angesetzt. Hermann Hitz (UWG) hatte Zweifel an der Preiskalkulation. BU-Vorsitzender Hartmut Frerichs (SPD) kritisierte die lange Vertragsbindung von zwölf Jahren inklusive fünf Jahren Verlängerung. Auch sei der Vertragsentwurf unverständlich. Traute Sandkuhl (Grüne) rügte die vertragliche Kopplung an den EWE-Gaspreis.
Frerichs forderte neue Verhandlungen. Betreiber Hespe-Meyer muss aber innerhalb von drei Wochen Klarheit haben. Dann erfolge die Schlussabrechnung mit der KfW-Bank und danach seien sieben Jahre lang keine weiteren Hausanschlüsse ans Nahwärmenetz erlaubt. Nun hat die Verwaltung eine Woche Zeit, nachzuverhandeln. Dann soll der VA entscheiden.
