WILDESHAUSEN - Die Landwirtschaft wird in Wildeshausen auf absehbare Zeit weiterhin einen hohen Stellenwert genießen. Das erklärte Dr. Bernhard Rump von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Bezirksstelle Oldenburg-Süd) bei der ersten Sitzung des Gesamtarbeitskreises zur Verbunddorferneuerung „Auetal/Pestruper Heide“. Die Kammer hatte landwirtschaftliche Betriebe in den 18 Bauerschaften – mit Ausnahme von Düngstrup – zu ihren Entwicklungsabsichten befragt. 71 gaben Auskunft. Die Hofnachfolge gelte bei den Betrieben mit 80 Prozent als gesichert. Rump: „Wir werden hier wohl keinen so tief greifenden Strukturwandel wie in anderen Regionen erleben.“
Die Stadt hatte die Kammer um die Erstellung eines landwirtschaftlichen Fachbeitrags gebeten, um aus den Daten Handlungsempfehlungen für die Dorferneuerung ableiten zu können. Rump stellte die Situation der Landwirtschaft am Montagabend im Wildeshauser Ratssaal vor. Susanne Plaspohl-Rademaker, Ulla Frick und Eckhart Mumm vom Planungsbüro Mumm sowie Dana Neumann vom Amt für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) stellten die Nutzungskonzepte vor. Es gebe im Land keine vergleichbar große Dorferneuerungsmaßnahme wie in Wildeshausen, so Neumann. Das Projekt wurde am 2. Juni 2006 offiziell gestartet.
Wurden im Jahr 1970 noch 174 landwirtschaftliche Betriebe in der Landgemeinde gezählt, sank die Zahl auf 71 (ohne Düngstrup). Die durchschnittliche Betriebsgröße stieg dagegen von 28 auf 63,8 Hektar. Sie liege noch deutlich über dem Mittel des Landkreises Oldenburg mit 48,8 Hektar. Ein weiteres Wachstum sei wahrscheinlich. „Auch die Nebenerwerbsbetriebe stehen voll im Saft“, betonte Rump im Hinblick auf die Entwicklungsabsichten der Unternehmen.
Konfliktpotenzial bestehe allerdings hinsichtlich der Geruchsimmissionen. Rump wies darauf hin, dass im kommenden Jahr die Richtlinie geändert und vor allem für Geflügelställe strengere Maßstäbe gelten werden. Auf die Dorferneuerung bezogen bedeute dies: Während in Bargloy Betriebserweiterungen durchaus möglich seien, bleibe die landwirtschaftliche Entwicklung in Bühren aufgrund der Immissionsradien begrenzt. Auch in Hanstedt sowie im Ort Holzhausen wäre eine Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe nur unter größten Problemen möglich. Als relativ unproblematisch gilt die Situation in Kleinenkneten und anderen Bauerschaften. Planer Mumm wies darauf hin, dass in Pestrup mehr als 50 Prozent der Einwohner älter als 61 Jahre sind.
Wie Wilfried Johannes, Leiter des Fachbereichs Bau, erläuterte, gehe der Dorferneuerungsplan nun in die öffentliche Anhörung; auch die Träger öffentlicher Belange werden beteiligt. Falls es hier neue Anregungen gebe, käme der Gesamtarbeitskreis erneut zusammen. Danach befassen sich die Ratsgremien mit der Planung.
