WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN - Die geladenen Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie Eltern und Lehrer staunten nicht schlecht. Als sie gestern Mittag das Gebäude der Berufsbildenden Schulen (BBS) Wildeshausen betraten, wurden sie auch schon freundlich von den schick angezogenen Schülern empfangen und persönlich zu ihrem Platz begleitet. Der Anlass des Besuchs war ein ganz besonderer: In feierlichem Rahmen fiel gestern der Startschuss für zwei Schülerfirmen: „BBS Service GmbH“ und „BBS Power AG“.
Eine Schülerfirma ist ein Unternehmen wie jedes andere auch – die Umsetzung einer Geschäftsidee. Nur, dass die Existenzgründer keine Erwachsenen sind, sondern Schüler. In erster Linie verfolgt ein Schülerunternehmen ein pädagogisches Anliegen. Die jungen Unternehmer lernen Dinge, die sie für die Zukunft gut gebrauchen können: Umgang mit Geld, verantwortungsvolles Handeln und praktische Erfahrungen steigern die Chance auf einen späteren Arbeitsplatz.
Auch Wildeshausens Bürgermeister Franz Duin ist vom Erfolg der Projekte überzeugt. Sein Vertrauen drückt Duin nicht nur in Worten aus, denn er besitzt Wertpapiere der Power AG. „Strengen Sie sich an, damit die Aktien weiter steigen“, spornte Duin die emsigen Schüler an. 100 Aktien können zum Ausgabepreis von je drei Euro geordert werden.
Wie im realen Berufsleben wurden bei den Schülerfirmen Unternehmens- Hierarchien festgelegt. Bei der Service GmbH sind Viola Wensky, Tanja Asmus, Philipp Krumpen und Raphael Krumpen als Geschäftsführer tätig. Die Power AG wird geleitet von Nadine Schitthelm und ihren Stellvertretern Thorsten Werner, Ahmet Cengiz und Tammo Braje.
Jeden Mittwoch haben die Firmen „geöffnet“, sprich: es wird während des Unterrichts unternehmerisch gearbeitet. So werden unter Aufsicht der Klassenlehrer Oliver Pundt und Ralf Röhl sogar Internet-Auktionen angeboten, während im Produktionsbetrieb Holz und Metall verarbeitet werden, um sie später an Kunden zu veräußern.
Für die BBS steht fest: Eine Schülerfirma lohnt sich. Die Arbeit macht sie selbstständig. So bereitet die Schule tatsächlich auf das Leben vor.
