Wildeshausen - „Es ist der letzte symbolische Verfahrensschritt, der getan werden muss“, sagte Jens Kuraschinski. Im Gegensatz zum Wildeshauser Bürgermeister wirkten Hildtraut Seefeld-Iken, Doris Schauder und Kerstin Weimann aber erleichtert – etwas zumindest. „Wir sind froh, dass das Kapitel geschlossen wird.“ Im Stadthaus haben sie das verbliebene Vermögen des Frauenvereins Wildeshausen der Stadt beziehungsweise Kuraschinski übergeben.
61 Jahre Frauenverein sind damit offiziell Geschichte. Einen Scheck über 3440 Euro nahm der Bürgermeister entgegen. „Eine stolze Summe“, fand er. Eine Anregung der Frauen war, einen Teil des Geldes in eine Sitzbank zu investieren, die in Erinnerung an den Verein auf dem Burgberg platziert werden könnte. „Mit Blick aufs Wasser“, ergänzte Seefeld-Iken. Bei diesem Vorhaben sollte es keine Probleme geben, meinte Kuraschinski. Das restliche Geld soll wohltätigen Zwecken zugute kommen.
2014 beschlossen die Mitglieder, den Verein – der vor der Eintragung ins Register noch Hausfrauenverein hieß – aufzulösen. „Wir haben damals versucht, einen neuen Vorstand zu finden“, erklärte Seefeld-Iken – ohne Erfolg. Das ehemalige Vorstandsmitglied vermutet, dass dies auch mit dem Alter zusammenhing. „Uns fehlten die Jüngeren. Das Durchschnittsalter lag zuletzt bei 75.“ 125 bis 150 Mitglieder zählte der Verein am Ende, schätzten die ehemaligen Mitglieder.
Bis der Verein aus dem Vereinsregister gelöscht war, habe es sich lange hingezogen, monierte Seefeld-Iken. Das Archiv hatten die Mitglieder 2015 dem Bürger- und Geschichtsverein überlassen.
Ehrenamtliches Engagement und private Geselligkeit standen im Frauenverein im Fokus, erklärte Seefeld-Iken. Immerhin: Das, was übrig geblieben ist, sind Kontakte und die Motivation. Viele Mitglieder würden sich noch privat treffen, um sich weiterhin in der Stadt zu engagieren.
