Wildeshausen - Für einen Unternehmer liefert er ein erstaunliches Bekenntnis ab: „Eigentlich wollte ich mich nie selbstständig machen“, erzählt Stefan Thuns. Doch bei der „Brasserie“ ist der 44-jährige Gastronom doch schwach geworden. Seit Anfang des Jahres ist der gelernte Koch Pächter des beliebten Lokals in der Wildeshauser Innenstadt, nachdem er bereits neun Jahre lang den Betrieb für die Gastro GmbH von Thorsten Bruns geführt hat.
Derzeit ist Thuns weniger hinter dem Tresen als vielmehr am Schreibtisch zu finden. Kaum war die Tinte unter den Verträgen mit Vermieter Nordmann trocken, galt es, Absprachen mit Lieferanten, Versicherungen und Veranstaltern zu treffen. Gerade erst wurde die Müllabfuhr umgemeldet. Keine Frage: Thuns lebt für die „Brasse“ und sprüht nur so vor Ideen. Eine neue Speisen- und Getränkekarte ist in Arbeit. Das Motto: weniger, aber frischer. Thuns setzt auf regionale Produkte und möchte mehr Trend-Getränke anbieten. Das beliebte „Wochenmarkt-Frühstücksbüfett“ bleibe ebenso wie die launigen Grillabende. „Die XXL-Essen kommen wieder“, kündigt er an.
Schon immer hatte Thuns ein Faible für Live-Musik. „Ich liebe Musicals“, erzählt der Wirt. Künftig soll es mindestens einmal im Monat eine Veranstaltung geben. Den Anfang macht im Februar Britta Hugh, vielen Wildeshausern als Sängerin von „Piccadilly“ bekannt. Die „(G)Oldies“ wurden bereits für einen Frühschoppen verpflichtet. Deren letzter Auftritt in der „Brasserie“ war ein großer Erfolg.
Größere Umbauten seien zwar nicht geplant. Allerdings führe er derzeit Gespräche mit dem Verpächter, dem Haus Nordmann, über die Sanierung der Toilettenanlage. Der Umbau solle zeitnah in Angriff genommen werden.
Thuns hat von 1989 bis 1992 den Beruf des Kochs im Hotel „Gut Altona“ (Gemeinde Dötlingen) erlernt. Danach heuerte er bei Walter Herzog im Kayserhaus an. Anschließend war er ein Jahr lang bei der Bundeswehr in Delmenhorst-Adelheide. Als am 15. Mai 1995 die „Brasserie“ eröffnet wurde, wechselte Thuns erneut den Arbeitsplatz und war in dem Lokal bis 2004 als Koch tätig. Es folgte eine aufregende Zeit in der Arena auf Schalke. „Manager Rudi Assauer persönlich hat meinen Vertrag unterzeichnet und war mein Chef“, erzählt Thuns. In dem Gelsenkirchener Fußball-Tempel war er für den Bereich „La Ola“ zuständig und hat an einem Spieltag des FC Schalke schon einmal ein Büfett für 1500 Gäste auf den Tisch gezaubert.
2008 holte ihn dann Thorsten Bruns zurück als Betriebsleiter der „Brasserie“. Für Bruns’ TB-Gastro kümmerte sich Thuns seinerzeit aber auch um das Café auf dem Golfplatz oder das Eventcenter an der Visbeker Straße. Die Entscheidung, die „Brasserie“ zu pachten, sei ihm nicht schwer gefallen, erzählt der Jungunternehmer stolz. „Im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, dass es sich lohnt, in einem Betrieb mit so vielen Stammgästen tätig zu sein.“ Diese – und natürlich alle weitere Kunden – wolle er in den nächsten Jahren noch mit vielen Ideen überraschen.
