WILDESHAUSEN - „Die Einführung des Nichtrauchergesetzes war bei uns durchaus spürbar“, berichtet der Wildeshauser Gastronom Robil Uyar. Statt drei Bieren habe so mancher Raucher nur noch eines getrunken. Immer wieder hätten die Raucher unter den Kunden nach zusätzlichem Platz gefragt, berichtet Uyar, der gemeinsam mit Bruder Tuma Uyar das „Zorbas in der Marktschänke“ führt. Die Lösung ließ nicht lange auf sich warten: Nach etwa fünfmonatiger Umbauphase wurde am Montagabend gemeinsam mit Kunden und Handwerker die „Raucherlounge“ im ersten Stock des traditionsreichen Gebäudes eröffnet. „Es ist wohl das erste Raucher-Lokal dieser Art in Wildeshausen“, meint Investor Jürgen Luthardt.

Unter des Regie des Architekturbüros IFT Hauth + Jacobi sei zunächst eine Zwischendecke entfernt worden, ehe im einstigen Wohn- und Abstellraum neueste Gastronmietechnik installiert wurde. Für den Innenausbau zeichnete die Firma Taiga Holzhaus GmbH aus Dötlingen verantwortlich, die Firma Harting (Visbek) baute die Holztreppe ein und die Firma Paul Schmidt die neuen Sanitäranlagen. Auf etwa 60 Quadratmetern bietet der Raucherclub Platz für 40 Gäste. Bei der Renovierung zeigte Luthardts Ehefrau Anke Liebe zum Detail: Die Vorhänge vor den Holzfenster sind im dezenten Grün gehalten. Unter der Decke hängt ein prächtiger alter Messingleuchter, der einst seinen Platz im Saal des Hotels von Peter Stegemann hatte. „Den habe ich ,Tüt’ vor zehn Jahren abgekauft“, erzählt Jürgen Luthardt stolz.

Das historische Gebäude am Marktplatz, in der die Familie Rigbers früher eine Bäckerei betrieben hatte, sei schon immer ein Haus der Kommunikation gewesen. Luthardt erinnert sich, wie ihn sein Vater seinerzeit oft mitgenommen hatte. Künftig sei es weiterhin möglich, beim Bier dem blauen Dunst zu frönen, sagt Robil Uyar, selbst Raucher. Auch langjährige Kunden wie Hans-Joachim Anstreicher zeigten sich mit der nun gefundenen Lösung zufrieden: „Gut, dass es so etwas gibt.“