WILDESHAUSEN - Holzbretter schmirgeln über die Wände, Bohrhammer dröhnen und Staubwolken füllen den mit grellen Scheinwerfern ausgeleuchteten Raum: Im Wildeshauser Ratskeller arbeiten die Handwerker nach einer Zwangspause aufgrund einer Gutachtertätigkeit wieder auf Hochtouren. „Wir hoffen, die Arbeiten vor Ende des Jahres abschließen zu können“, sagt Erol Orhan vom Fachbereich Stadtentwicklung, Bau und Umwelt im Stadthaus.
Bereits seit Herbst vergangenen Jahres ist der Ratskeller geschlossen. Im Auftrag der Stadt hat das Institut für Baustoffprüfung und Forschung Dora aus Bremen die Salze im feuchten Mauerwerk analysiert. Das Ergebnis: Der gipshaltige Mörtel musste entfernt werden. In der Küche sowie in der Herrentoilette blieb keine Fliese an der Wand. „Wir haben den Putz der Außenwände abgeschlagen sowie die Innenwände in etwa 30 Zentimetern Höhe“, erläutert Orhan. Anschließend erhielten die Bohrlöcher „Injektionen“ mit einer Spezialflüssigkeit gegen die aufsteigende Feuchtigkeit. Bevor die Mitarbeiter der Dora-Bausanierungs GmbH den Sanierputz auftragen konnten, wurden die Wandflächen mit einer so genannten Salzsperre vorbehandelt. „Wir haben mineralischen Dichtungsschlamm aufgetragen“, berichtet Vorarbeiter Jazek Wiesniewski (36). Etwa 40 Säcke Zement wurden verbraucht. Zuvor haben Elektrotechniker neue Kabel und Steckdosen in dem gut 170 Quadratmeter großen Kellerräumen neu verlegt.
Auch ein anderes „Leck“ machten die Fachleute ausfindig: Das Fallrohr fürs Regenwasser war defekt. Dadurch drang offenkundig Wasser durch die Wand nahe des Kühlraums. „In Kürze legen wir den Rohrstrang neu“, so Orhan. In ihrem Gutachten habe die Dora-GmbH zudem empfohlen, in einem zweiten Bauabschnitt die Fassade von außen instand zu setzen. Dafür müssten Mittel in den Etat 2012 eingestellt werden.
Mittlerweile liegen Bewerbungen von vier Interessenten vor, die den Ratskeller betreiben wollten, so Thomas Reschinski, bei Getränke Nordmann zuständig fürs Immobilien-Management. „Wir sind mit den möglichen Pächtern einverstanden. Die Entscheidung liegt bei der Stadt“. Er kann sich eine Wiedereröffnung Anfang 2012 vorstellen.
