WILDESHAUSEN - Kein Tag vergeht, an dem die Situation der Automobilbranche nicht in den Schlagzeilen ist. Bilal Fakhra hat sich inzwischen daran gewöhnt, auch wenn die „Abwrackprämie“ für ihn kaum ein Thema ist. Der 29-jährige Kraftfahrzeugmechniker-Meister hat sich vor einigen Monaten mit dem „Autohaus am Westring“ in Wildeshausen selbstständig gemacht. Seine ersten Erfahrungen als Unternehmer seien ausgesprochen positiv.
Fakhra hat seine Ausbildung im ehemaligen Opel-Autohaus Denker absolviert. Auch seine ersten Gesellenjahre verbrachte der gebürtige Libanese, der seit dem sechsten Lebensjahr in Deutschland lebt, in dem Betrieb an der Harpstedter Straße. „Dort habe ich viel gelernt“, erzählt er. Nachdem Jens Denker sein Unternehmen verließ und nach Kanada ging, setzte Fakhro seine Meisterausbildung fort. „Das war die Gelegenheit zum Absprung“, meint er. Ende vergangenen Jahres eröffnete Fakhro seine Werkstatt am Westring, die er von Uwe Pröhl gepachtet hat.
Original Ersatzteile
Nach wie vor sei er auf Modelle der Marke Opel spezialisiert. „Viele ehemalige Denker-Kunden kommen nun zu mir.“ So könne er Original-Opel-Ersatzteile einbauen. „Das war nicht leicht hinzubekommen“, erzählt Fakhro, „weil das Unternehmen eigentlich seine Vertragspartner bevorzugt.“ Er repariert und wartet natürlich alle Marken. Sämtliche Ersatzteile könnten innerhalb kurzer Zeit besorgt werden.
Erster Urlaub seit langem
Der Weg in die Selbstständigkeit war nicht ganz leicht: Zunächst die Verhandlungen mit den Banken. Schritt für Schritte baute Fakhro sein Werkzeug-Equipment aus. „Und krank darf ich nicht werden“, sagt der Jungunternehmer. Zwar stehen ihm als Aushilfen Bruder Haissa für Lackierarbeiten, Karosseriebauer Hartmut Poelsch und sein Freund Gelo zur Verfügung; doch in der Regel sei der Chef gefragt. Den Verkauf von gepflegten Gebrauchtfahrzeugen übernimmt der 29-Jährige in der Regel selbst. In der Werkstatt steht er täglich seinen Mann. Und so leistete er sich erst kürzlich zum ersten Mal seit der Eröffnung einen zweiwöchigen Urlaub. Den Vater von vier Kindern im Alter von drei bis elf Jahren zog es nach Beirut.
Nun ist wieder Alltag: Montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, sonnabends von 9 bis 12 Uhr, ist die Werkstatt geöffnet. Fakhro übernimmt alle Tätigkeiten rund ums Auto – von der Inspektion bis zur Unfallreparatur. Zweimal in der Woche kommt ein Vertreter der Dekra zur Hauptuntersuchung. Demnächst steht wieder eine Fortbildung für die Mitarbeiter an: Fakhro will mit dem Glascenter „KS Glas“ zusammenarbeiten und entsprechende Dienstleistungen anbieten. Auch für den Winter ist er gewappnet.
