Wildeshausen - Einen großen runden Kürbis, reichlich Tomaten und viele Maispflanzen sieht man bei einem Blick in den Biogarten mitten in Wildeshausen. Doch auch noch einige freie Ecken zieren die rund 1000 Quadratmeter große Fläche in der Nähe des Stadtwalls hinter dem K+K-Markt. Seit gut zwei Jahren bietet der Verein Grüner Planet die Möglichkeit für jeden Bürger, sich in dem Garten sein eigenes Beet anzulegen. Die Ernte des eigenen Beets kann zum Verzehr mit nach Hause genommen werden. „Im letzten Jahr gab es irre viele Tomaten“, sagt Raphael Klein, Gründer des Vereins. Mittlerweile sind fünf Leute aktiv dabei, doch der Wildeshauser würde sich über mehr Interessenten freuen.

Ob sie schon Erfahrungen mitbringen oder blutige Anfänger sind, sei nicht von Bedeutung, so der 26-Jährige. Die Gemeinschaft sei ein wichtiger Bestandteil des Projekts. So sollen Anfänger von dem Wissen anderer profitieren und praktische Erfahrungen sammeln können. Auch zwei gelernte Gärtner sind auf den Flächen, die von Wildeshauser Bürgern zur Verfügung gestellt wurden, aktiv. Feste Termine, an denen sich die Garten-Truppe trifft, gebe es laut Klein nicht – sie verabrede sich spontan. Da der Vereinsgründer in der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen arbeitet, sollen auch vermehrt Inklusionsgruppen im Garten aktiv werden.

Radieschen, Zucchini, Kornblume oder Bohnen: Obst und Gemüse kann im Biogarten nach Belieben angebaut werden. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um Erfahrungen im nachhaltigen Obst- und Gemüseanbau zu sammeln. Doch eine wichtige Regel sollte beachtet werden, es darf nicht mit Kunstdünger und Pestiziden angepflanzt werden: „Das Besondere hier ist, dass wir mit Naturdünger arbeiten“, sagt Klein. Mit Hilfe eines funktionierenden Kompostsystems wird die Düngung unterstützt. Darüber hinaus ist laut Klein auch die Verbesserung des Bodens wichtig. Das Anpflanzen von Wildblumen fördere die Mischkultur; denn diese würden dem Gemüse beim Wachsen durch Wurzelstoffe helfen. Dazu sei die vorhandene Flora und Fauna ein unerlässlicher Bestandteil. Vögel reduzierten beispielsweise die überhand nehmenden Schädlinge. Zudem werde fast ausschließlich Regenwasser zum Gießen eingesetzt.

Die umweltschonende Arbeitsweise soll zeigen, dass mit wenigen Mitteln viel erreicht werden und die Ernte aus dem Biogarten zum Leben genutzt werden kann. Für den Garten sucht der Verein noch Werkzeuge und Materialien zum Arbeiten, die abzugeben sind – wie zum Beispiel Regentonnen, Schaufeln, Spaten oder eine Schubkarre. Wer Interesse am Biogarten hat, kann sich über die Website melden.

Anna-Lena Sachs
Anna-Lena Sachs Online-Redaktion (stv. Ltg.)