WILDESHAUSEN - Es ist die erste große Betriebsstätte außerhalb der Diakonie Himmelsthür an der Dr.-Klingenberg-Straße: Mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür nahmen die „proWerkstätten“ am Freitag offiziell ihr rund 4500 Quadratmeter großes Gelände am Westring in Besitz. 50 Menschen mit Behinderungen und zehn Betreuer sind im ehemaligen Gebäude der Firma Hermes Systeme beschäftigt. Hier werde deutlich gemacht, was die Diakonie unter Integration verstehe, so Himmelsthür-Direktor Ulrich Stoebe. Mit dem neuen Standort stehe man nicht am Rand, sondern „mitten im Leben“.„Menschen mit Beeinträchtigungen sind keine Exoten“, betonte der Pastor bei einem liturgischen Akt.
Stoebe warnte vor zahlreichen Gästen und Heimbewohnern vor einem falschen Fürsorgeverständnis. Zur Normalität gehöre auch, dass Behinderte am Arbeitsplatz die gleichen Erfahrungen wie jeder Arbeitnehmer machen können. Der stellvertretende Landrat Ernst-August Bode wies darauf hin, dass sich die „proWerkstätten“ nach dem Umzug an den Westring „blendend etabliert“ hätten. Wildeshausens Bürgermeister Dr. Kian Shahidi nannte die Einrichtung „beispielhaft“.
Jörg Plehn, Geschäftsführer der „proWerkstätten“, überreichte zur Eröffnung symbolisch einen großen goldenen Schlüssel an den stellvertretenden Werkstättenleiter Olaf Richter.
Hunderte nutzten beim anschließenden Tag der offenen Tür die Gelegenheit, sich bei einem „Markt der Möglichkeiten“ über die unterschiedlichen Dienstleistungen der Diakonie zu informieren. An einem Stand verkaufte Carola von Hermanni mit ihrem Team Produkte aus der Bio-Landwirtschaft. Gärtnermeister Uwe Genzel hielt unterschiedliche Grünpflanzen, Gräser und Kaminholz aus der Baumschule parat. Das Lambertinum stellte nicht nur sein soziales Angebot vor; Besucher konnten mit Victoria Schwedeck auch Glückssteine bemalen. Schräg gegenüber konnten die Besucher mit Margret Blanke aus der Tagesförderung sogar ein Gemälde erstellen. Das Präventionsteam der Polizei mit Sebastian Nitsch und Rolf Quickert an der Spitze nutzte ebenfalls die Gelegenheit, um sich zu präsentieren. Der Sitz des Polizei-Krads war ständig besetzt. Auf großes Interesse stieß der Stand des Heimbeirats. Pünktlich wurden dessen neue, blaue T-Shirts fertig. Im Gebäude selbst bestand
reichlich Gelegenheit, sich ein Bild von dem Aufgabenspektrum zu machen.
