WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN - Patienten im Großraum Wildeshausen mit psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen sollen künftig besser versorgt werden. Gemeinsam mit der neurologisch-psychiatrischen Praxis von Dr. Rainer Woltmann und Angelika Preiss vereinbarten die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) und der Landesfachbeirat Psychiatrie Niedersachsen gestern in der Kreisstadt ein neues Behandlungsprogramm. Im Mittelpunkt stehe dabei die ambulante Versorgung der Patienten, erklärte Woltmann. Das Projekt in Wildeshausen ist landesweit das elfte Modell dieser Art. Niedersachsen übernehme bundesweit damit eine Vorreiterrolle, sagte Gerhard Holler, Geschäftsführer des Landesfachbeirats Psychiatrie.

Von einer „neuen Qualität“ in der Betreuung schwer psychisch Kranker sprach Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Krankenhausabteilung. Denn nun könnten beispielsweise suizidgefährdete oder depressive Patienten daheim besser durch Fachpersonal betreut werden. Die DAK will hier für den Bereich Wildeshausen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWo) Delmenhorst zusammenarbeiten. Sie hat in diesem Bereich seit 1999 entsprechende Erfahrungen gesammelt. Sechs psychiatrische Fachpflegekräfte kümmern sich derzeit um 50 Patienten, sagte der künftige AWo-Geschäftsführer Frank Oestermann. Holler wies darauf hin, dass eigentlich erst mit der Änderung der Richtlinigen zur häuslichen Krankenpflege zum Juli 2005 eine ambulante Betreuung im Bereich Psychiatrie möglich ist.

René Beneke, DAK-Referent für stationäre Versorgung, verschwieg nicht, dass sich das Modell auch für die Kasse rechne. „Bei einem Pflegesatz von rund 200 Euro pro Tag im Krankenhaus, erwarten wir pro Patient eine Kostenersparnis von 4000 Euro im Jahr“, sagte Beneke. Die Versicherten der DAK können durch einen Bonus an der Entwicklung teilhaben. Sie erhalten die Praxisgebühr erstattet. Die Teilnahme an dem Projekt sei aber freiwillig.

Holler zufolge wird das Modell wissenschaftlich von der Medizinischen Hochschule Hannover begleitet. Der Geschäftsführer sprach von einem „Reformstau in der Psychiatrie“. Bei Diabetes- oder Rheuma-Patienten werde mehr ambulant realisiert. Dr. Woltmann will nach eigenen Angaben auch weiterhin mit den Fachkliniken in Twistringen und Wehnen zusammenarbeiten. Er hofft auf Unterstützung durch das Gesundheitsnetz Wildeshauser Geest.