WILDESHAUSEN - „Ich gehe regelmäßig zum Zahnarzt“, sagt Walter Heinke. Gleichwohl freut sich der 42-Jährige, dass er am Montag nochmal Tipps aus erster Hand erhält: Jutta Nickel und Beate Goldberg vom Jugendzahnärztlichen Dienst beim Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg sind ins Wohnheim der Diakonie Himmelsthür an der Glaner Straße in Wildeshausen gekommen, um vor Ort eine zahnärztliche Prophylaxe anzubieten.

„Normalerweise sind wir in den Grundschulen und Kindergärten des Landkreises zu Gast“, berichtet Nickel. Der Besuch bei der Himmelsthür ist eine Premiere. Die Idee dazu hatte Betreuerin Christa Kähne. Ein Grund: Anfragen bei niedergelassenen Zahnärzten, eine Prophylaxe bei den Bewohnern durchzuführen, seien bislang ohne Erfolg geblieben, hieß es. Unterstützung erhalten die Arzthelferinnen des Kreisgesundheitsamtes am Montag von den Betreuern Maria Wegmann, Sonja Stahl und Sebastian Foik. „Alle Wohngruppe machen mit“, freut sich Foik. Die meisten haben Urlaub. Die berufstätigen Bewohner sind am Abend an der Reihe.

Spielerisch steigen Nickel und Goldberg ins Thema ein: Zunächst wird gepuzzelt. Wer die richtige Zahl hat, darf ein Teilstück hinzufügen. Am Ende sind in der Mitte ein gesunder Zahn und rundherum Lebensmittel zu sehen. Denn auch die Gesundheitserziehung gehöre zur Prophylaxe. Die Mitarbeiterinnen haben Möhren, Gurken oder eine Milchtüte als „Plastikausgaben“ mitgebracht. Spielerisch wird deutlich, dass zu einem gesunden Zahn auch eine gesunde Ernährung gehört. Die Bewohner dürften verschiedene Lebensmittel einem gesunden und einem kariösen Zahnmodell zuordnen. „Ich mag sowieso keine Kinderschokolade“, sagt Walter Heinke. Zum Schluss ist Praxis angesagt: „Bewaffnet“ mit einer Riesenzahnbürste und einem großen Gebiss üben die Himmelsthür-Bewohner die richtig Zahnputztechnik. Auch Katharina Munke und Hilke Suhr sind begeistert. Gleich mehrfach gleitet die rote Riesenbürste über die Zahnreihen. Eine Wiederholung ist durchaus erwünscht.