WILDESHAUSEN - Horst Locht konnte sich am Sonnabendnachmittag nicht über mangelnden Besuch beklagen. Dessen Garten an der Visbeker Straße hatte sich mit den Soldaten der Gilde-Wachkompanie gefüllt. Hintergrund war das nahende Gildefest und damit auch die jedes Jahr immer wieder notwendige Rekrutenausbildung. Denn auch für die Wache der Gilde gilt: Nachwuchs muss sein.

Der fiel in diesem Jahr allerdings eher überschaubar aus. Mit Patrick Bielefeld stand nur ein Rekrut auf der Ausbildungsliste. Auf ihn richtete sich nun die ganze Aufmerksamkeit der Offiziere, sollte er doch in Windeseile die Kommandos verinnerlichen, die ihn im harten Einsatz während des Gildefestes vor dem Volk bestehen lassen sollen.

So ging es dann auch zwei Stunden lang ans Exerzieren. Die Befehle sprudelten nur so aus dem Munde von Unteroffizier Udo Weiselowski. Da konnte es auch schon einmal dem einen oder anderen gestandenen Wachesoldaten schwindelig werden. „Das Gewehr auf die Schulter“, „Gewehr ab“, „Achtung, präsentiert das Gewehr“ – so oder so ähnlich lauteten die Befehle, die sich allesamt in die Kategorie Grundbegriffe einordnen lassen.

Für die verbleibenden Wachesoldaten, die nicht gerade zum Drill angetreten waren, ein genugtuender Augenblick und zumindest Anlass für das eine oder andere verschmitzte Lächeln, denn klein angefangen haben alle einmal.

Nach getaner Rekrutenausbildung wurde es dann doch recht locker. Als der Grill genug Wärme für leckere Fleischgerichte abgab, feierten die Soldaten den gelungenen Auftakt zum Gildefest und den Sieg von Werder Bremen.


Allerdings ernst wird es noch einmal, dann direkt zu Pfingsten, wenn die Ausbildung fortgesetzt wird. Doch bis dahin vergehen noch einige Tage. . .