Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Gildefest Gildefest in Wildeshausen: Kaufmann Köhler klettert auf Königsthron

WILDESHAUSEN - Der Papagoy wollte einfach nicht fallen. „Soll ich schon einmal Kerzen holen?“, spottete ein Offizier. Und Walter Dellwisch, seines Zeichens Regimentsbarbier, holte zwei Patronen aus dem schwarzen Rock: „Damit hätte ich den Vogel gekippt“, meinte er. „Björn, jetzt gib ’mal Gas“, rief Hermann Petermann, König der Gilde im Jahr 1997. Das war offenbar der entscheidende Motivationsschub. Wenige Minuten nach 20 Uhr fiel der eiserne Vogel: Björn Köhler machte einen Luftsprung. Er ist neue Majestät der Schützengilde.

Schießhaus bewährt sich

Bei guten äußeren Bedingungen war am Dienstag eines der größten Regimenter aller Zeiten in den Krandel ausmarschiert – sage und schreibe 2866 Personen. Knapp 450 mehr als im Vorjahr. Im Krandel herrschte beste Volksfeststimmung. Erneut wurde das Königsschießen für die zahllosen Zuschauer per Monitor übertragen. Der Papagoy im Kugelfang wurde erstmals angestrahlt. Seine „Feuertaufe“ bestand auch das neue Schießhaus. „Es läuft so, wie wir uns das vorgestellt haben“, betonte der Vorsitzende des Schießausschusses der Gilde, Artur Gabriel.

Insgesamt 23 Anwärter auf den Königstitel traten Punkt 18 Uhr in den Schießstand. Im Vorjahr waren es zwei mehr. Unter den Anwärtern waren viele bekannte Gesichter, darunter Timo und Jörn Poppe, Frank Hogeback, Helmut Rang, Andreas Tonn oder Stefan Bothe. Lautstark angefeuert wurde Rudi Finke. Sie alle hatten schon mehrfach um die Königswürde gekämpft. Geschossen wurde in insgesamt vier Gruppen.

Im Vorkampf setzten sich – neben dem späteren König Köhler – Ralf Eilers (40 Jahre), Holger Gärtner (38) und Malte Hoffrogge (41) durch. Besonders spannend war es bei Gruppe 3: Der Papagoy wollte einfach nicht fallen. Der Wind trieb Holzsplitter durch die Luft, weil die meisten Kugeln im Kugelfang landeten. Im Stechen setzte sich Gärtner – wie der spätere König Mitglied des Pfingstclubs „Klosterbrüder – gegen Ralf Klein durch.

„Eine tolle Kiste“

Das Finale war mindestens ebenso spannend: Malte Hoffrogge und Björn Köhler holten mit einem „Doppelschuss“ den Vogel herunter. Es folgte ein Blitzduell, bei dem Köhler gewann. Zu den ersten Gratulanten gehörten die Freunde des Clubs der „Amtsbrüder“. Spontane Ausrufe wie „eine tolle Kiste!“ oder „hundertprozentig!“ waren zu hören. Auch Nachbar Norbert Fellner, selbst bei den „Rotfliegen“, überbrachte Glückwünsche.


Köhler, von Beruf Kaufmann, ist erst seit fünf Jahren Mitglied der Gilde. Wie Kontrahent Ralf Eilers (Sohn von Major Gerd Eilers) schoss er zum ersten Mal auf den Papagoy. Köhlers Ehefrau Inka, erfuhr per Handy vom Erfolg ihres Partners. Das Paar hat keine Kinder. „Dafür aber einen Kater, Gerry“, erzählte der neue König. Sein Amtsvorgänger Lutz Ertelt überreichte die „Insignien der Macht“, darunter weiße Fliege und weiße Handschuhe.

Übrigens: Der neue König gehört wie Ertelt und Hermann Petermann jun. der Anwärter-Förderkompanie zur Königskompanie der Wildeshauser Schützengilde“ (AFK) an. Köhler ist mittlerweile die sechste Majestät aus den Reihen der AFK.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden