WILDESHAUSEN/HAMBURG - Bei der Schaffermahlzeit Anfang März wurde er am Festtisch zwischen Otto Flege und Erich Meyer gesehen: Erich Wappler, vor 50 Jahren Kinderkönig der Wildeshauser Schützengilde. „Es war für mich eine besondere Ehre, dabeisein zu dürfen“, sagt der inzwischen 62-jährige Diplom-Kaufmann. „Zum ersten Mal tafelte ich in dieser Runde.“

Wappler ist seit einem halben Jahrhundert regelmäßig beim Pfingstfest dabei. Zum Ausmarsch am Pfingstdienstag habe es zeitlich – meist aus beruflichen Gründen – leider nicht immer gereicht. Treffen mit Angehörigen oder Freunden aus der alten Clique gehörten aber Pfingsten stets dazu.

An seinen Weg zum Kinderkönigsthron kann sich Wappler noch gut erinnern: „Ich habe meinen Vater nur kurz beim Mittagsschlaf gestört, und gefragt: Darf ich Schützenkönig werden“, erzählt er. Vater Herbert Wappler, seinerzeit Inhaber des Landhandels Kolhoff & Wappler, habe nur kurz „Ja“ gemurmelt, dann sei er losmarschiert. „Beim Königsschießen ging dann alles sehr schnell“, erinnert sich Wappler, der heute vor den Toren Hamburgs lebt. Besonders stolz sei er darauf gewesen, dass sein Großvater und damaliger Gildegeneral, Bürgermeister Friedrich Mönnich, die Krönungszeremonie durchgeführt habe. Zur Königin wählte er sich seine Schwester Ingrid, die heute Schmidt heißt und noch in Wildeshausen lebt.

Wappelers Weg führte weiter Richtung Norden. Nach dem Studium arbeitete der Kaufmann mehr als 20 Jahre für eine große deutsche Versicherungsagentur. 1995 erwarb er in Hamburg das Beratungsunternehmen Hermann Poelchau, das mit mehr als 40 namhaften Versicherern zusammenarbeite. „Aus meinem Büro blicke ich zwar direkt auf das Rathaus, mein Wohnsitz bleibt aber in Niedersachsen“, betont der Ur-Wildeshauser. Auf den Papagoy hat er in den vergangenen 50 Jahren nicht wieder geschossen. „Und wenn ich zum Jubiläum in diesem Jahr auf den Vogel ansetzen würde, bekomme ich daheim wohl Ärger“, meint der Ex-König augenzwinkernd.