WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN - Der heutige Wochenmarkt könnte der letzte sein, der allein auf der Westerstraße stattfindet. „Einige Marktbeschicker werden ab Donnerstag, 26. April, wieder auf dem Marktplatz zu finden sein“, kündigte Marktmeister Frank Lohmann gegenüber der NWZ an. Die Stadt habe während der halbjährigen Erprobungsphase auf der Westerstraße der Deutschen Marktgilde eG (Minden) diese „Option“ immer angeboten. Einen völligen Rückzug von der Westerstraße werde es aber nicht geben, stellte Lohmann klar.
Grundsätzlich hätten Kunden wie Marktbeschicker den Umzug auf die Westerstraße überaus positiv angenommen. Auch die Geschäftsleute registrierten eine Belebung der Innenstadt am Donnerstagmorgen. Bei einer Umfrage unter den Kaufleuten der Westerstraße Anfang des Jahres hätten sich 19 für den Umzug des Marktes und nur zwei dagegen ausgesprochen. Es gebe allerdings einige „Probleme“, bemerkte Lohmann, die jetzt offensiv gelöst werden sollten. Schließlich wollten Gastronomen und Café-Betreiber auch am Donnerstagmorgen Tische und Stühle aufstellen. Zugänge sollten nicht unnötig blockiert werden. „Was nützt mir eine Belebung der Innenstadt, wenn viele meiner Kunden den Eingang nicht finden?“, fragt Jutta Weißenborn, Inhaberin von „Jacobi’s Alte Apotheke“. Ähnlich äußern sich andere Einzelhändler.
Marktmeister Lohmann hat das Problem erkannt: „Wir wollen keine Mauer auf der Westerstraße.“ Fünf von etwa 20 Marktbeschickern seien bereit, auf den Marktplatz zurückzukehren. Inklusive der Westerstraße sollen die Wagen und Stände zu einem großen „P“ arrangiert werden. Auch die „Mischung“ soll ab 26. April verbessert werden.
Grundsätzlich sei das Interesse von Unternehmern, am Donnerstag den Markt zu beschicken, aber deutlich gestiegen. Lohmann: „Es werden wohl zwei bis fünf neue Stände kommen.“ Der 48-jährige gelernte Elektromechaniker hat sich kürzlich bei einem Treffen von 140 Marktmeistern aus ganz Deutschland über die Trends der „Branche“ informiert. Mit dabei auch Professor Dr. Gerhard Johnson von der Hochschule in Wernigerode (Harz). Der Betriebswirt habe vor mehr als 22 Jahren die Marktgilde ins Leben gerufen. Inzwischen betreue die Organisation bundesweit mehr als 12 000 Händler. Der Wochenmarkt sei ein „Zugpferd“.
