Wildeshausen - Daniel Jansssen, Geschäftsführer von Hüffermann Krandienst, steht zwischen rund 30 Männern und Frauen in einer Halle des Wildeshauser Traditionsunternehmens und präsentiert den Gästen eines der innovativsten Produkte aus dem Hause Hüffermann: den Elektrokran. „Vom Rahmen bis zum Endprodukt wird alles hier gefertigt“, sagt Janssen. Abnehmer für den Kran findet Hüffermann weltweit.

Grund für den Besuch von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft bei dem Wildeshauser Unternehmen am Donnerstag war die „Innovationstour Handwerk Niedersachsen“. Zusammen mit der Landesvertretung der Handwerkskammer Niedersachsen werden bei dieser Tour jedes Jahr besonders innovative Betriebe im Land besucht.

Neben Gastgeber Hüffermann stellten das benachbarte Unternehmen Velsycon, sowie die Unternehmen FW Systeme (Oldenburg) und Heineman(n)ufaktur (Elsfleth) ihre Besonderheiten vor. Zu Gast waren unter anderem Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammern Niedersachsen, Eckard Stein, Präsident der Handwerkskammer Oldenburg, Stefan Muhle, Staatssekretär für Digitalisierung im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, Abgeordnete des Landtags sowie Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski.

Die Handwerkskammern in Niedersachsen unterstützen seit Jahren Betriebe im Land mit Innovationsprogrammen. „Unsere Betriebe haben ein hohes Innovationspotenzial“, sagte Hildegard Sander. Eckard Stein sprach gar von einem „Blumenstrauß aus Innovationen“.

Hüffermann Krandienst bereichert diesen Strauß unter anderem mit dem Elektrokran: Seit fünf Jahren wird der Kran mit Elektroantrieb in der Automobil- und Luftfahrtindustrie eingesetzt – direkt in den Werkshallen großer Konzerne. Bei Industriemontagen seien die Produktionszeitfenster stets kleiner geworden, so Janssen. Zeit sparen könne man, wenn man den Kran bereits in den Betriebsstätten während deren Produktionszeiten einsetze. „Dafür muss er emissions- und lärmfrei sein“, sagte Janssen.


Eine neue Kranabstützplatte ist die jüngste, von der Handwerkskammer geförderte Innovation im Hause Hüffermann. Der Rohling steht. Im Frühjahr 2020 soll die Platte auf den Markt kommen. Kranabstützplatten sorgen für eine hohe Standsicherheit bei mobilen Kränen Der Ansatz der Platte: Sie soll eine möglichst hohe Stützlast aushalten können und zugleich möglichst leicht sein, so Janssen. Denn: Bislang wiegt eine Abstützplatte mehr als vier Tonnen. Für deren Transport gelten die Vorgaben für Schwertransporter. Mit leichteren Platten könnten diese umgangen werden, erklärte Janssen: „Der Transport ist dann bei jeder Tages- und Nachtzeit mit kleineren Lkw möglich.“ Sprich: Das ist günstiger, und schneller.

Unternehmensgründer Rolf Hüffermann sagte, nur permanente Innovation führe zum Erfolg: „Davon hängt alles ab.“ „Alles“ mit einem Einschub. Er betonte auch die „Verzahnung von Politik und Wirtschaft“, die hier so gut funktioniere und ohne die vieles nicht möglich wäre.

Und noch etwas, wie Janssen, gleichzeitig Geschäftsführer von Velsycon, hinzufügte: „Die zwei Unternehmen haben zusammen viele innovative Ideen. Wir brauchen aber auch die Mitarbeiter, die diese umsetzen.“