WILDESHAUSEN - Budendächer, von denen das Wasser tropfte, Passanten unter Schirmen versteckt, so manch verwaister Außensitzplatz in den Cafés und an Verzehrständen: Das Wetter meinte es nicht gut mit den Wildeshausern beim verkaufsoffenen Sonntag zum Herbstmarkt. Vormittags hatte Regen eingesetzt und zum Bedauern von Schaustellern, Kaufleuten und Kunden bis zum Abend nicht mehr aufgehört. So blieb der Ansturm auf die Innenstadt im Vergleich zu anderen Jahren verhalten, obschon es sich auch diesmal viele nicht nehmen ließen, den Sonntag zum Familienshopping in der Wester- und Huntestraße und zum Gang über den Rummel zu nutzen.

Die Geschäftswelt in der Innenstadt mochte denn auch nicht jubeln, gab sich angesichts der äußeren Bedingungen indes zufrieden. Zumal auch treue Kunden von weiter her kämen: „Dafür sind solche Märkte gut“, so Tom Lagerpusch (Meyer & Rademacher). Von „verhaltener Resonanz“, aber intensiv schauenden Kunden sprach Anne Grafe, Geschäftsfrau und Vorstand Handel im Handels- und Gewerbeverein (HGV). „Die Frequenz war geringer als bei anderen verkaufsoffenen Sonntagen, aber die Kunden kamen gezielt“, war der Eindruck von Optiker Jörg Riedel. „Nachbar“ Johannes Lenzschau vom Kaufhaus Schnittker war „froh, dass es trotz des Wetters noch so gut läuft“. Gerade die neu eröffnete Spielwarenabteilung sei Anlaufpunkt: „Viele sind neugierig.“

Eher lange Gesichter gab es bei den Schaustellern. Von „mauem“ Zuspruch war vielfach die Rede zwischen Musikexpress und Verzehrbuden: Mancher Karussellsitz blieb leer, der Appetit auf Eis und Co. verhalten. Einen „gewaltigen Einbruch“ aufgrund des Regens sah auch Horst Hensel von der Arbeitsgemeinschaft Wildeshauser Märkte: „Wir haben leider Pech mit dem Wetter.“ Auch Karl Heinz Schmedes, seit vielen Jahren mit seiner Pfeilwurfbude in Wildeshausen dabei, hatte einen ähnlich verregneten Marktsonntag lange nicht erlebt: „Die Leute kommen nicht raus.“ Nicht nur besseres Wetter, sondern auch zusätzliche Attraktionen für den Markt wünschte sich Volker Sternberg, der Getränke ausschenkte: „Die Stadt sollte sich etwas von anderen Orten abgucken, die den Markt koppeln etwa mit Oldtimerschau oder Handwerkermarkt.“

Noch bei bestem Herbstwetter hatte der Kinderflohmarkt am Sonnabend viele Schnäppchenjäger auf Wester- und Huntestraße gelockt. „Yo-Gi-Oh-Karten und Playmobil gehen gut“, verriet Hendrik (14), der mit Bruder Christopher (7) einen Stand hatte. Aus Sandkrug war Simon (14) mit seiner Mutter angereist; er wollte seine Bayern-Trikots verkaufen. Bei Manuela Holst gab es bereits Weihnachtsdeko und Puzzles für die langen Abende in der Stube. Zufrieden war auch Elke Rode, die für Nichte Isabelle kleine Schleich-Figuren zum Liebhaber-Preis erstand.

An diesem Montag geht es beim Herbstmarkt in die letzten rasanten Runden: Von 14 bis 22 Uhr locken nochmals die Fahrgeschäfte und Buden auf Markt- und Gildeplatz.