WILDESHAUSEN - Auf 90 Lebensjahre blickt an diesem Montag der Wildeshauser Rudolf Munderloh zurück. Da er am 29. Februar 1920 zur Welt kam, feiert er seinen Geburtstag mit Ausnahme der Schaltjahre immer am 1. März.
Geboren und aufgewachsen ist der Jubilar als Sohn eines Eisenbahners in der Stadt Oldenburg. Wegen einer beruflichen Versetzung des Vaters zog die Familie 1938 nach Wildeshausen. Als junger Mann wurde er 1940 als Soldat eingezogen. „Fünf Mal war ich im Krieg verwundet“, erzählt Rudolf Munderloh. Das Kriegsende erlebte er an der Westfront. Er kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde den Franzosen als Arbeitskraft in einem Bergwerk überlassen.
Als er 1947 nach Wildeshausen zurückkehrte, trat er beruflich in die Fußstapfen seines Vaters. Er war auf dem Wildeshauser Bahnhof zunächst als Weichen- und Schrankenwärter tätig und dann als Lokführer. „Ich war eingebunden in den örtlichen Rangierdienst auf den Streckenabschnitten Wildeshausen-Goldenstedt und Wildeshausen-Ganderkesee. In meiner Zeit bei der Bahn wurden die meisten Waren, von den Kartoffeln bis hin zum Koks, über die Schiene transportiert“, erinnert sich der Jubilar.
Im September 1944 heiratete er seine aus Oldenburg stammende Braut Inge Liebrum, die er während eines Kriegsurlaubes in einem Kino an der Cloppenburger Straße kennen gelernt hatte. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor. Seine Frau Inge starb 1991 am 44. Hochzeitstag.
„Als Witwer habe ich gelernt, meinen eigenen Haushalt zu führen. Ich kann kochen, backen, waschen und bügeln“, berichtet der geistig fit gebliebene 90-Jährige, der im Haus von Tochter Pamela und Schwiegersohn Siegfried Stolle über eine eigene Wohnung verfügt. Ein Hund und eine Katze sorgen für Zeitvertreib. Für Leute, die gratulieren wollen, gibt es heute Zuhause einen Empfang. Die große Familienfeier mit den Kindern und Schwiegerkindern sowie den fünf Enkeln und zwei Urenkeln folgt am Sonnabend.
