WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN - „Die beiden sind unzertrennlich wie Pat und Patachon oder Bernhard und Bianca“ sagt die Drillingsmutter Anke Harms-Kropp liebevoll über Lieselotte Westermann und Erna Sippach, die die 13 Monate alten Drillinge Anna, Tom und Ole fünf Mal in der Woche für etwa zwei Stunden durch die Kreisstadt schieben. Und das tun sie mit bewundernswerter Hingabe: „Ob es stürmt oder schneit, die beiden gehen mit den Kindern raus. Nur wenn es ganz heftig regnet, dann kümmern sie sich zu Hause um unsere drei“, erzählt Vater Holger.
Dabei kam der Kontakt eher zufällig zustande, erinnert sich Erna Sippach: „Frau Westermann und ich machen jeden Tag unseren Spaziergang. Und da hat man sich halt über den Zaun unterhalten.“ Als dann klar wurde, dass Mutter Anke Drillinge bekommt, war es für Erna Sippach und Lieselotte Westermann keine Frage, dem berufstätigen Ehepaar unter die Arme zu greifen. „Wir sind nun mal so, wir helfen gerne“, sagt die 62-jährige Erna Sippach, die genau wie die 77-jährige Lieselotte Westermann ihre eigenen Kinder schon längst aus dem Haus hat. Auf diese Weise profitieren alle Beteiligten von dieser wunderbaren Symbiose: Ole, Anna und Tom von der frischen Luft, die Eltern von der zeitlichen Entlastung und Erna Sippach stellt fest: „Das tut uns selber auch gut.“
Vielleicht auch deshalb weigern sich die beiden Damen standhaft, irgendeine Belohnungen für ihre freiwilligen „Taxidienste“ anzunehmen. Und auch den Blumenstrauß den Drillingsmama Anke als kleines Dankeschön überreichen wollte, quittierte Erna Sippach zunächst mit einem eher ungläubigen „Was ist denn jetzt?“.
Am Mittwoch legte Erna Sippach sogar einen ganzen Supermarkt lahm, als sie – ausnahmweise allein unterwegs – mit dem Drillingswagen durch die Verkaufsraum schob. An Arbeiten und Abkassieren war bei diesem „Drillingsalarm“ nicht mehr zu denken, lacht Sippach.
