Wildeshausen - In der Debatte um ein mögliches Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen-West hat der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung Wildeshausen (MIT), Ingo Hermes, die Verantwortlichen in der Stadt aufgerufen, langfristig zu denken und nicht auf die ewig gleichen Verhinderer und Blockierer zu hören. Investitionen seien nun einmal auf die Zukunft gerichtet.

„Richtig ist, dass wir in der Region nahezu Vollbeschäftigung haben – und das ist gut so“, so Hermes in einer Pressemitteilung. „Auch müssen sich diese Flächen dem Wettbewerb des Umfeldes stellen. Einfach gedacht heißt das, dass aktuell keine weiteren Arbeitsplätze geschaffen werden müssen. Leider ist die Realität etwas komplexer. Wenn Wildeshausen keine neuen Arbeitsplätze schaffen kann, oder sogar welche verliert, dann werden mittel- bis langfristig die strukturellen Folgen eine Lawine auslösen. Wie sich Arbeitsmarkt und Lebensqualität dann verändern, das werden wir leider erst in 20 Jahren spüren.“

Die Politik in Wildeshausen habe mehrheitlich die Notwendigkeit des Gewerbegebietes erkannt und die erforderlichen Beschlüsse auf den Weg gebracht. „Die Verwaltung arbeitet daran, diese umzusetzen. Das ist richtig so“, so Hermes. „Die aktuellen Äußerungen und Spitzfindigkeiten seitens der Gegner sind in unseren Augen taktisch motiviertes Nachtreten.“ Der Versuch, den Unternehmer Karsten Scheele in ein schlechtes Licht zu stellen, indem man spekuliert, wann denn nun ein Antrag gestellt wurde oder nicht, sei schlicht eine „unfaire und unsachliche Taktik“.

Unter Hinweis auf die Argumentation der Grünen sagte Hermes: „Einem verdienten Wildeshauser Mittelständler zu unterstellen, nur auf den Verkauf seines alten Firmengeländes zu spekulieren, um davon zu profitieren, ist sehr harter Tobak. Ich wage die Behauptung, der Verfasser dieser Anschuldigung hat nicht sehr viel Ahnung von unternehmerischem Risiko des Alltags. Aus den Äußerungen klingt eher tiefsitzender Neid heraus.“

Glücklicherweise gebe es in der Mehrheit der Wildeshauser Politik noch so etwas wie Anerkennung für den heimischen Mittelstand und seine Leistungen. Die Unternehmer müssten darin bestärkt werden, ihr sauer verdientes Geld wieder hier in Wildeshausen in eine neue Infrastruktur zu investieren. Hermes wies auf das Beispiel eines Wildeshauser Unternehmens hin, das sich im Nachbarkreis angesiedelt hat. „Sehr schade – hier gehen uns Gewerbesteuer und Arbeitsplätze verloren.“ Irgendwann sei die Lawine nicht mehr aufzuhalten.