WILDESHAUSEN - Für das Oldenburger Bad „Olantis“ lieferte man die Leittechnik. Die Referenzliste des Unternehmens ist lang.
Von Stefan Idel
WILDESHAUSEN - Wenn Torsten Dickel, Betriebstechniker im neuen Oldenburger Spaßbad „Olantis“, die Attraktionen im Schwimmbecken anstellt, blickt er auf zwei sechs Meter breite Schaltschränke mit dem Firmenschild „Hermes“. Und auch wenn die Hallenmanager des neuen AWD-Dome in Bremen nach einem Konzert exakt den Strom- und Wärmeverbrauch bestimmen, wissen sie, dass sie sich im „Herzen“ ihres Hauses auf Know-how aus Wildeshausen verlassen können. Das Unternehmen am Westring gilt als führend auf dem Gebiet der Automatisierungs- und Elektrosystemtechnik. Von spezieller Computer-Software bis zur kompletten Steuerung bietet Hermes-Systeme ein exakt auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittenes Konzept.Als Gerd Hermes vor mehr als 20 Jahren in Wildeshausen den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, konnten weder er noch seine Frau Monika die Erfolgsgeschichte des Unternehmens erahnen. Der heute 64-Jährige hatte bis zum 30. Lebensjahr auf dem elterlichen Hof in Visbek als Landwirt gearbeitet, ehe er zum Elektromeister umschulte. In den Betriebsräumen seines ehemaligen Arbeitgebers Lamprecht in Zwischenbrücken gründete der „Jungunternehmer“ im Alter von 45 Jahren seine erste Firma – mit Gespür für den Markt. Hermes spezialisierte sich auf komplexe Schalt- und Steuerungsanlagen. War damals noch die Landwirtschaft eines der Haupt-Betätigungsfelder, sind heute Verbundsysteme für viele Branchen gefragt.
„Wir können Wasserwerke oder Kläranlagen aus hunderten Kilometern Entfernung steuern“, sagt Ingo Hermes nicht ohne Stolz. Der 32-jährige Diplom-Ingenieur ist im Jahr 2000 als Geschäftsführer mit in das Unternehmen eingetreten. Seitdem ist er permanent dabei, gemeinsam mit einer Vielzahl von Ingenieuren, Programmierern und Technikern, die Produktpalette auf dem modernsten Stand zu halten. Bruder Ralf kümmert sich um das Marketing. Im hart umkämpften Markt der Internet-basierten Lösungen will Hermes-Systeme künftig ein wichtiges Wörtchen mitreden. Modernste Steuerungsmodule, eine Eigenentwicklung, vertreibt Ingo Hermes über eine neue Firma in Visbek.
Ein wichtiges Kriterium ist die Bediener-Freundlichkeit. Auf den großen Schaltschränken sind meist Touch-Screen-Monitore installiert. „Wir können von keinem Schwimmmeister erwarten, dass er erst einen Technik-Lehrgang besucht, bevor er den Bodensprudel anstellt“, bemerkt der Junior-Chef. Falls dann aber doch einmal Probleme auftauchen, steht ein Team im 24-Stunden-Service bereit.
Einen großen Wachstumsmarkt sieht Ingo Hermes im Bäderbereich. Bundesweit müssten etwa 400 Schwimmbäder auf automatisierte Technik umgestellt werden. Ständig seien neue Attraktionen gefragt. Damit Hermes-Systeme aber weiter wachsen kann, bleibt den etwa 105 Mitarbeitern in Wildeshausen ein Umzug nicht erspart. Das Gebäude am Westring platzt „aus allen Nähten“. Bis zum Oktober 2006 soll ein Neubau-Komplex an der Visbeker Straße bezogen werden.
