WILDESHAUSEN - Was zunächst „nur“ nach einer einwöchigen Straßensperrung aussah, könnte jetzt doch eine große Baumaßnahme nach sich ziehen: An der Breslauer Straße ist der mehr als 40 Jahre alte Abwasserkanal defekt. „Es handelt sich quasi um eine Notreparatur“, sagte Wilfried Johannes, Leiter des Fachbereichs Bau im Stadthaus, am Freitag auf NWZ -Anfrage. Die ohnehin geplante Sanierungsmaßnahme müsse vorgezogen werden.
Große Grundwassermengen waren in den maroden Kanalzug, der auch durch die Hunteniederung geführt wird, eingedrungen. „Das haben wir inzwischen unterbunden“, erläuterte Johannes. Jedoch sei der Kanal, Baujahr 1961, in weiten Teilen abgängig. Das hätten auch Videoaufnahmen mit einer Spezialkamera belegt. Es handele sich immerhin um einen der Hauptkanäle, der das Schmutzwasser aus der Innenstadt in Richtung Kläranlage abführt. Johannes: „Der Kanal muss stets funktionstüchtig bleiben.“
Bei der Sanierung denkbar wäre das so genannte Inliner-Verfahren. Danach wird ein neues Kunststoffrohr in die alten Betonrohre eingezogen. Die Maßnahme dürfe allerdings nicht auf „die lange Bank“ geschoben werden. Nun sei die Politik am Zug: Die Mittel für die Maßnahme, geschätzte 400 000 Euro, müssten vorzeitig bereitgestellt werden.
Die Fachleute hoffen, die aktuelle Reparatur bis zum Ende der kommenden Woche abschließen zu können. Ursprünglich sollte die Vollsperrung zwischen der Einmündung Heemstraße und Krandelstraße am Donnerstag, 23. Oktober, aufgehoben werden. Aus Richtung Delmenhorst ist die Krandelstraße über den Nordring weiter zugänglich.
